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Kärntens coolstes Sommertheater hebt „Eine ehrenwerte Familie“ aus dem Taufbecken

Vergangenen Donnerstag haben wir unseren neusten theatralen Wurf uraufgeführt: Eine ehrenwerte Familie wurde vom Ensemble gerockt und ist von unserem Premierenpublikum (und auch von den inzwischen mehr als 250 BesucherInnen der restlichen Vorstellungen) mit Begeisterung angenommen worden! In den nächsten Wochen werde ich Euch über die Entstehungsgeschichte unseres Stückes berichten. Anfangen will ich mit dem Inhalt und Fotos, Fotos, Fotos 😉

Astrid, Josef, Seppi & Shakira

Astrid, Josef, Seppi & Shakira

Frühlingsempfang-53

Astrid & Hugo

THEATER SOMMER KLAGENFURT präsentiert „Eine ehrenwerte Familie“

Der Sexualtherapeut Hugo und seine Frau Astrid sind zwei Spießer par excel- lence. Dafür machen sie es sich ziemlich bequem: Astrids Vater Josef wird in einem Nobel-Altersheim deponiert und der gemeinsame Sohn Seppi wird zum Studieren in die USA geschickt. Um sich gegenseitig ertragen zu können wird ein aufwendiges Lügengestrüpp geflochten. Die neue, kecke Haushälterin Shakira soll für Reinlichkeit im ehrenwerten Haushalt sorgen. Das eingespielte Leben unseres „Vorzeige-Ehepaares“ gerät allerdings aus den Fugen, als Josef aus dem Altersheim geschmissen wird und Seppi des Studierens leid ist. Nun heißt es wider Willen zusammenrücken im Haushalt des Musterpärchens. Nachdem die Problemchen aller Figuren ans Tageslicht kommen und Hugo versucht, an allen herumzudoktern, wird der innerfamiliäre Zwist auf die Spitze getrieben…

Shakira & Astrid

Shakira & Astrid

Josef & Shakira

Josef & Shakira

Wir sind überzeugt, dass (fast) alle unserer BesucherInnen sich selbst, jemanden im eigenen Clan, oder zumindest einen Bekannten in Eine ehrenwerte Familie wiedererkennen werden 😉

Bis 25. Juli nur in Klagenfurt am Wörthersee

Eine ehrenwerte Familie wird noch 20 Mal im schmucken Innenhof des Stadthaus Klagenfurt unter freiem Himmel gespielt. Derniere ist am 25. Juli, alle Spieltermine findet Ihr auf unserer Website. Wir freuen uns auf Euren Besuch, auf traumhaftes Wetter und spannende Vorstellungen!!! Unser Ensemble (Katarina Hartmann, Heidelinde Schuster, Gabriela Zaucher, Wilhelm Prainsack und Jörg Reifmesser) sowie unsere Regisseurin Angie Mautz können es kaum erwarten, auch Dich aus dem Häuschen zu locken!!!

Astrid, Seppi & Hugo

Astrid, Seppi & Hugo

Hugo, Seppi, Josef, Shakira & Astrid

Hugo, Seppi, Josef, Shakira & Astrid

Hugo & Josef

Hugo & Josef

Herzlichst – im Namen des gesamten Ensembles,

Wilhelm Prainsack

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Der THEATER SOMMER KLAGENFURT & sein Publikum

Fünf Jahre – Eine Bilanz

2009 starteten Robert Saringer und ich die Vorbereitungen für ein Freilufttheater inmitten der Klagenfurter Altstadt. In den Einreichungsunterlagen formulierten wir damals folgende Visionen und Ziele:

  • Der THEATER SOMMER KLAGENFURT versteht sich nicht als einmaliges Ereignis. Vielmehr soll sich durch kontinuierlich qualitativ hochwertige Arbeit ein neuer Fixpunkt im Kärntner Kultursommer etablieren. Die inhaltliche Ausrichtung ist vorgegeben, jedoch kann auf diverse Einflüsse flexibel reagiert werden. 
  • Der THEATER SOMMER KLAGENFURT möchte sich auch seiner wichtigen gesellschaftlichen Verantwortung stellen und sich durch gezielte Aktionen karitativ betätigen.
  • Der THEATER SOMMER KLAGENFURT wird den Zusehern mit besonderem Engagement, Mut und Unkonventionalität außergewöhnliche Theaterabende bieten und so eine Bereicherung für die Kärntner Kulturlandschaft und den Sommertourismus darstellen.
  • Durch gezielt eingesetzten Lokalkolorit in der Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und auch in den Inszenierungen sollen sich die Bewohner des Großraums Klagenfurt/Wörthersee mit dem THEATER SOMMER KLAGENFURT identifizieren können.
  • Die frischen, unkonventionellen Inszenierungen sollen über die Grenzen Kärntens hinaus Beachtung finden.

Nach fünf aufregenden Sommern galt es zu reflektieren, wie sich der THEATER SOMMER KLAGENFURT tatsächlich entwickelt hat. Natürlich ist es in einer nicht gewinnorientiert arbeitenden Kulturinstitution nicht einfach, alle Teilbereiche zu evaluieren, da wichtige Komponenten, wie etwa der künstlerische Output, unsere Produktionen – also unser Produkt, schlichtweg nicht mit Zahlen messbar sind. Sie werden vom Publikum (und auch von den Mitwirkenden) kontrovers aufgenommen und Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden… Auch den Erfolg einer Produktion in direktem Zusammenhang mit den BesucherInnenzahlen zu werten ist im konkreten Fall eines Freilichttheaters mit dem damit verbundenen „Wetteraspekt“ schwierig:

Um Statistiken objektiv zu interpretieren, wären gleichbleibende konstante Bedingungen  notwendig. Die mit dem Wetter, bzw. den Wettervorhersagen teils sehr spontanen Schwankungen des Besucherstroms lassen daher eine objektive Statistik nicht zu.

Publikumsbefragung

So haben wir im heurigen Sommer – unserem fünften Jahr – unsere Besucherinnen und Besucher eingeladen, im Rahmen einer umfangreichen Publikumsbefragung uns ihre Erfahrungen mit, bzw. ihre Meinung über den THEATER SOMMER KLAGENFURT, sowie Anregungen mitzuteilen. Es wurden ausschliesslich BesucherInnen unseres „Abendstückes“ „Ein Sommernachtsalbtraum“ befragt.

Fragebogen Bsp. 2 Fragebogen Bsp. 1

Wichtig war für uns zu erfahren, wie unsere Gäste auf uns oder unsere Produktionen aufmerksam wurden, wie sich unser Publikum in puncto Altersstruktur und Wohnorte zusammensetzt. Ausserdem wollten wir wissen, welchen Anklang unser künstlerisches Konzept, unsere Spielstätte oder unsere Theaterbar finden. Nach der Auswertung der knapp 400 ausgefüllten Fragebögen können wir Bilanz ziehen:

Dass sich der THEATER SOMMER KLAGENFURT wunderbar in Kärntens Landeshauptstadt etablieren konnte zeigt, dass rund zwei Drittel unserer BesucherInnen aus dem Großraum Klagenfurt am Wörthersee stammen. Jeder fünfte Gast darf der Zielgruppe  der Sommertouristen zugeordnet werden.

Die Zusammensetzung der Altersstruktur bringt keine großen Überraschungen, ist jedoch sehr erfreulich, sprechen wir mit unseren „Abendproduktionen“ Publikum quer durch alle Altersschichten an.

Altersstruktur TSK Herkunft Publikum TSK

Hoher Anteil an Stammpublikum

Zwei von drei BesucherInnen sind WiederholungstäterInnen! Im Schnitt besuchte jeder Gast 2014 bereits zum 2,4 Mal eine Vorstellung des THEATER SOMMER KLAGENFURT. Am meisten Anklang fand unsere Produktion „Im Weißen Rössl am Wörthersee – keine Operette, doch völlig aus der Fassung“, dicht gefolgt vom „Sommernachtsalbtraum“ und „Kannibale und Diebe“.

Besonders freut uns, dass die Preisgestaltung des THEATER SOMMER KLAGENFURT von 91 % unserer BesucherInnen als angemessen erachtet wird. Einige wenige finden die Kartenpreise zu hoch, andere wiederum zu niedrig! Für all jene, die unsere Ticketpreise für zu hoch gegriffen auffassen, empfehlen wir den Besuch an einem Bittwoch – oder kommen Sie einfach wie diese Dame ein zweites Mal!FullSizeRender Apropos: Wir wollten uns durch gezielte Aktionen karitativ betätigen. Durch den Bittwoch und unseren Partner, den Casinos Austria, konnten wir mittlerweile einigen hundert Gästen einen „kostenlosen“ Theaterabend bescheren und zudem an die € 4.000,00 sammeln und karitativen Einrichtungen zur Verfügung stellen!

Sehr erfreut uns der extrem hohe Zuspruch gegenüber unsrem doch eigenwilligen Programm, unserem Schauspielensemble, der Spielstätte und unserer Theaterbar!

Was gefällt am TSK

Aufmerksamkeit erregt der THEATER SOMMER KLAGENFURT vorwiegend durch Empfehlungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, durch die Printmedien, TV-Beiträge, Plakate oder das Internet.

Dass die  frischen, unkonventionellen Inszenierungen über die Grenzen Kärntens hinaus Beachtung finden beweisen zum einen die überregionale Berichterstattung (orf.at oder derStandard) oder zum anderen Gastspiele in Wiener Neustadt 2014, 2013 oder in Stockerau 2011.

Natürlich war der Anteil der weiblichen Besucher auch heuer höher als der der männlichen (immerhin war als Kontrastprogramm auch die Fussballweltmeisterschaft…), aber den Wert der Besucherbefragung – da kommt auf zwei Damen ein Herr – kann man nicht für bare Münze nehmen…  Immerhin wurden immer wieder Frauen beim Ausfüllen des Fragebogens beobachtet, während deren männliche Begleiter an der Theaterbar Getränke holten… Also eine eher klassische Rollenverteilung bei unserem Publikum 😉

Conclusio, ein Abschied & ein Blick nach vorne

Für uns bedeutet dieses Ergebnis, dass wir auf einem guten Weg sind, dass wir auf extrem hohe Akzeptanz stoßen, und dass den THEATER SOMMER KLAGENFURT gaaanz vieeeele Menschen nicht mehr missen möchten! Dafür will ich mich bei dem Team und allen Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen fünf Jahren zum Gelingen der acht Eigenproduktionen des THEATER SOMMER KLAGENFURT beigetragen haben, herzlich bedanken!

Besonders danken für fünf geile Jahre, viele tolle, aussergewöhnliche Ideen, vor allem das strukturelle Herangehen an deren Verwirklichung sowie immer verlässlich gute Arbeit, will ich meinem Freund und Kollegen Robert Saringer, der leider aus dem Leitungsteam scheidet. Robert hat gemeinsam mit mir den THEATER SOMMER KLAGENFURT von einer vagen Idee bis zum 10.000 Besucher gestaltet und trägt als Mitbegründer und operativer Leiter einen wesentlichen Anteil an dem Erfolg von Kärntens coolstem Sommertheater. Robert, der nun in Bildungskarenz ist und nebenbei für weitere Kultureinrichtungen arbeitet, wird uns weiterhin als Berater, Freund, Gast und Ideengeber zur Seite stehen, worüber wir uns immens freuen!!!

Robert Saringer & Wilhelm Prainsack

Robert Saringer & Wilhelm Prainsack

Super Publikum – Danke für die Mitarbeit!

Momentan arbeitet eine Hand voll Leuten an der Realisierung des THEATER SOMMER KLAGENFURT 2015: ein Stück ist bereits im Entstehen, Ansuchen um Subventionen wurden eingereicht und mit potentiellen Partnern wird verhandelt. In all diese Prozesse fliessen Erkenntnisse aus der Publikumsbefragung ein – auf diesem Weg auch Ihnen, liebes Publikum, herzlichen Dank für Ihr konstruktives Feedback!

In den kommenden Monaten werden wir auf unserem Twitter Account mehrmals wöchentlich Reaktionen, Anregungen oder Kritikpunkte aus der Besucherbefragung unter dem Hashtag #ts_k teilen! Schauen Sie rein und diskutieren Sie mit!!!

Schon bald gibt´s weitere News,

bis dahin alles Liebe,

Wilhelm Prainsack

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Die neuen Regisseure. Interview, Teil 1

Wilhelm  Hallo lieber Jörg!

Jörg  Servus lieber Willi!

Wilhelm  Jetzt sitzen wir noch hier, ganz entspannt vor einer Vorstellung in Wien, in der wir beide auf der Bühne agieren und schwitzen werden. Schon bald werden wir in einer neuen Konstellation arbeiten, und zwar: Du als mein Regisseur und ich als dein Schauspieler…

Jörg  …und du als mein Intendant…

Wilhelm   …künstlerischer Leiter! Nun: Als Regisseur wirst du mich zur Premiere führen. Eine Aufgabe, die beiderseitiges Vertrauen erfordert. Wie gehst du an deine erste Regiearbeit heran?

Jörg   Eva Reinold hat ein tolles Stück geschrieben, eine Adaption von Till Eulenspiegel Episoden. Das Zielpublikum für das ich inszeniere sind Menschen ab fünf Jahren, obwohl ich Kinder nicht als Publikum von „morgen“ betrachte, sondern als Publikum von heute, das sehr kritisch und ehrlich ist und dementsprechend ernst genommen werden muss. Natürlich ist mir bewusst, dass es viele Kinder gibt, die noch nicht so oft im Theater waren und eher vom Medium Fernsehen oder Kino beeinflusst wurden. Diese Kinder gilt es für das Theater zu gewinnen und zu begeistern. Den THEATER SOMMER KLAGENFURT kenne ich natürlich schon sehr gut, es ist schliesslich mein viertes Jahr und ich habe in fünf von insgesamt sechs Produktionen mitgespielt. Ich kenne dich und Robert Saringer, also die Organisatoren des THEATER SOMMER KLAGENFURT, schon sehr lange. Kollegin Eva Reinold ist jetzt genauso wie unsere Regieassistentin Silke Staubmann zum dritten mal dabei. Und es verstärken uns heuer zwei neue Kollegen! Ja, ich freu mich auf die Arbeit.

Till & Ella – Eine Eulenspiegelei

"Ella & Till - eine Eulenspiegelei"

„Ella & Till – eine Eulenspiegelei“

Wilhelm   Was hast du dir vorgenommen, wie bereitest du dich auf die Probenarbeit vor?

Jörg   Natürlich hab ich das Stück sehr oft gelesen, hab mir die einzelnen Szenen genau angeschaut und hab mir meine Notizen gemacht. Von der Bildsprache versuche ich Ausdrucksformen zu finden, die man nicht unbedingt erwartet. Die Problematik der Ella, die in eine neue Schule kommt, dort als „anders“ wahrgenommen wird und sich dadurch zurückzieht und auch mutlos agiert, hat jeder von uns schon mal erlebt. So findet unser junges Publikum natürliche emotionale Berührungspunkte mit den Figuren. Ella trifft dann in einer imaginären Ebene auf Till, mit dem sie viel erlebt und gemeinsam mit dem Erlebten wächst sie. Sie durchlebt eben jedes Wort und genau diese Worte, den Text gilt es für mich in Bilder zu übersetzen, und diese Aufgabe beschäftigt mich nun vor Beginn der Probearbeiten! Ziel ist eben, dass man die Kinder begeistert, emotional berührt und ihnen eine mitreissende Geschichte zeigt!

Wilhelm   Wie genau darf man sich das vorstellen?

Jörg   Zuviel will ich natürlich nicht verraten, man muss es sich ja anschauen (lacht)

Wilhelm   Gescheite Antwort…

Jörg   Ja.

Regie im Kinder- und Jugendtheater

Wilhelm   Jörg, du hast ja eine Tochter . Was kannst du von deinen Erfahrungen als Vater in die Inszenierung mitnehmen?

Jörg   Als Vater, nach dem täglichen Umgang mit Kindern, hat man natürlich eine Empathie und ein besonderes Bewusstsein für heranwachsende Menschen. Meine Tochter Luna hat das Stück auch schon gelesen, ihr hat es sehr gut gefallen und sie hat mir auch schon einige Anregungen gegeben.

Wilhelm   Wir beide kennen uns ja schon seit der Schauspielschule, haben als Schauspieler schon sehr oft miteinander gearbeitet und kennen uns als Kollegen also massiv gut und ich weiss dich auch sehr zu schätzen. Wie darf ich mir die Arbeit mit dir als Regisseur vorstellen?

"Ende gut, alles gut" 1999

Jörgs und Wilhelms erste gemeinsame Theaterproduktion: Shakespeares „Ende gut, alles gut“ 1999

Jörg   Die wird sehr kollegial sein. Ich bin ja ein harmoniesüchtiger Mensch. Ich will ein positives Umfeld haben und werde das meine dazu beitragen. Für die Schauspieler wird es keine großen Überraschungen geben – da ich ja selbst Schauspieler bin, inszeniere ich sicher so, dass es den Schauspielern dienlich ist. Jede Figur versuche ich so schön wie möglich zu zeichnen und wir werden versuchen, im Spielfluss viel zu erarbeiten. Von den SchauspielerInnen erwarte ich mir allerdings auch, dass sie sich ihre Gedanken zu den Figuren machen, dass sie sich einbringen. Es gibt mein Grundkonzept, und das wird natürlich von den Schauspielern weiterentwickelt, da kann dann jeder seine Farben (Emotionen-Ideen) mit hineinbringen, also seins daraus machen! Es soll ein Stück werden, das alle SchauspielerInnen wirklich gerne spielen, und das soll das Publikum auch sehen!

Wilhelm   Super! Dann kann ich mich auch selbst schön mit einbringen…

Jörg   Die letzte Entscheidung treffe natürlich ich… (lacht) Ich höre mir aber jeden Vorschlag an und alles, was gut ist, werde ich natürlich in die Regiearbeit mit einfließen lassen. Am Grundkonzept darf natürlich nicht gerüttelt werden – es ist ja das Fundament, das das „Bauwerk“ sicher stehen lassen wird…

Wilhelm   Wir haben ja mit dir sehr viel vor: In Ein Sommernachtsalbtraum wirst du zwei riesige Rollen spielen, dann inszenierst du Till & Ella – eine Eulenspiegelei und wirst in diesem Stück auch noch in kleinen Nebenrollen zu sehen sein…

Jörg   Du schiebst mit „nur“ einer Regiearbeit und einer Rolle – du spielst den Till, im Vergleich zu mir eine ruhige Kugel… (beide lachen)

Wilhelm   Naja. Ich kann ja den Robert in der Organisation und Finanzierung ja nicht alles alleine machen lassen… da gibt es durchaus was zu tun… (lacht)

Jörg   Ich weiss… Genauso wie du muss ich mich gut auf die Proben vorbereiten. Schwierig werden die Szenen sein, in denen ich Regisseur und Schauspieler sein werde – da muss ich mich selbst auch überprüfen. Es sind zwar kleine Rollen, aber die müssen natürlich auch gut gespielt werden!

Wilhelm   Wenn du schlecht bist, würden wir es dir natürlich schon sagen (lacht)

Jörg   Soweit soll es nicht kommen. Immerhin habe ich ein gutes, eingespieltes Team hinter mir! Silke, meine Regieassistentin, wird mich da natürlich unterstützen, ausserdem habe ich gute KollegenInnen im Ensemble, die mir eine konstruktive Kritik geben können. Mit Eva Reinold spielt ja sogar das Gehirn des Stücks mit! Es sind kleine Rollen, und mit einer akribischen Vorbereitung ist alles machbar!

Wilhelm   Zumindest hast du ein bissl Text… Im Sommernachtsalbtraum, den ja ich inszenieren werde, werde ich auch Statistenrollen übernehmen müssen. Da ist deine Aufgabe dankbarer.

Jörg   Du Statist? Back to the Roots quasi… (beide lachen)

Diplomstück "Anatol" mit Anita Zieher, Jörg Reifmesser und Wilhelm Prainsack

Diplomstück „Anatol“ mit Anita Zieher, Jörg Reifmesser und Wilhelm Prainsack

Wilhelm   Jörg, ich freu mich als Schauspieler auf die Arbeit mit dir und Robert und ich als Produzenten freuen uns schon sehr auf das Resultat und auf ein glückliches Publikum! Nun zur Abschlussfrage: Insgesamt dein vierter Sommer in Klagenfurt. Worauf freust dich abgesehen von der künstlerischen Herausforderung am meisten?

Jörg   Auf den Wörthersee und die Sonne. Nach den beiden Premieren wird es ein Arbeitsurlaub. Meine Familie kommt nach Krumpendorf und dann wird tagsüber im Parkbad gechillt und am Abend gespielt. Die Mitarbeiter der örtlichen Bäckerei sowie im Parkbad kennen mich eh schon sehr gut…

Wilhelm   …und einige Ärzte kennen dich auch schon besser als dir lieb ist…

Jörg   …mit der Verletzungsmiserie am Theater sollte heuer Schluss sein…

Wilhelm   Dein Wort in Gottes Ohr! Toi Toi Toi!!!

Jörg   Wird schon schiefgehen!!!

 

Jörg Reifmesser ist Schauspieler und wird heuer mit dem Stück „Till und Ella – eine Eulenspiegelei“ sein Regiedebut feiern. Er ist seit der ersten Produktion Ensemblemitglied. Wilhelm Prainsack ist Schauspieler, künstlerischer Leiter und Mitbegründer des THEATER SOMMER KLAGENFURT. Auch er wird heuer zum ersten Mal Regie führen. Und zwar in dem Stück „Ein Sommernachtsalbtraum – nach Billy Shakespeare, doch völlig aus der Fassung!“ – mehr darüber im Interview, Teil 2.

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Jahresmitte zu Sylvester – Ein Blick nach vorne & einer zurück

Liebe Leserschaft,

das Kalenderjahr neigt sich dem Ende zu und viele Menschen freuen sich auf neue Herausforderungen in einem glücklichen, gesunden neuen Jahr 2013. Auch wir freuen uns schon sehr auf das kommende Jahr – obwohl wir Theaterschaffende eher in Saisonen, also von Sommer zu Sommer denken – ähnlich wie die Kicker! So gesehen ist für uns Organisatoren jetzt Jahresmitte und Zeit, mal etwas zurück und nach vorne zu schauen:

Stadthaus Klagenfurt Stadthaus Klagenfurt

In den letzten drei Jahren haben wir viel erreicht. Besonders freut uns, dass sich der THEATER SOMMER KLAGENFURT so toll in Kärnten etablieren konnte und wir uns einen hervorragenden Ruf sowie damit verbunden ein Stammpublikum aufgebaut haben. Das lässt sich wohl darauf zurückführen, dass wir Theater produzieren, hinter dem wir zu hundert Prozent stehen und das wir auch selbst gerne anschaun; dass wir in der Auswahl der Stoffe und deren Bearbeitung nicht „zielgruppenorientiert“ handeln und so authentisch in unserer künstlerischen Arbeit bleiben; und natürlich, dass Kärnten – insbesondere Klagenfurt – sehr offen für intelligent bearbeitete, moderne und überraschende Inszenierungen ist!

Unserer Linie, alles völlig aus der Fassung zu bringen, mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit sowie Frechheit zu würzen und unkonventionell mit professionellen Theaterschaffenden in den Innenhof vom Stadthaus Klagenfurt zu zaubern, bleiben wir natürlich weiterhin treu. Im Sommer 2013 werden wir uns kompromisslos Shakespeare und Nestroy annehmen und die beiden großartigen Dramatiker aufeinanderprallen lassen!  Wie das aussehen soll und was Sie sich kommenden Sommer von uns erwarten dürfen, erfahren Sie in den kommendem Wochen hier auf diesem Blog!

Der THEATER SOMMER KLAGENFURT 2013 – Shakespeare & Nestroy

Für diese literarischen Herausforderung konnten wir mit Isabella Feimer eine der spannendsten Dramatikerinnen der österreichischen Gegenwart gewinnen – vielen Literaturinteressierten ist sie als Nominierte für den Ingeborg Bachmann Preis 2012 bzw. als Preisträgerin des Literaturpreis 2012 der Akademie Graz in bester Erinnerung. Am 2. Jänner erscheint ihr Debütroman „Der afghanische Koch“ – zwei weitere werden in den folgenden beiden Jahren folgen. Im Mai wird mit „Pornoladen“ ihr neues Theaterstück im Wiener Kosmos Theater uraufgeführt. Für Klagenfurt bekam sie allerdings die Auflage, nix mit Porno zu schreiben… muss sie auch nicht, bringen doch Shakespeare und Nestroy genug an amourösem Stoff in ihren Werken mit!

Neben viel Bewährtem sowie einigen bekannten Gesichtern wird es aber auch tolle neue Mitarbeiter, neue aufregende Kooperationen und auch ein neues Raumkonzept geben.

Obwohl wir mit den Planungen sehr weit fortgeschritten sind und das Team (Isabella, unsere neue Produktionsassistentin Christina und wir beide) schon viel an Vorarbeit geleistet haben, wissen wir leider noch nicht ob und in welcher Höhe der THEATER SOMMER KLAGENFURT 2013 subventioniert wird. Die politische Lage sowohl in Klagenfurt als auch im Land Kärnten lässt derzeit keinen Budgetbeschluss zu; voraussichtlich wird mit der sogenannten Zwölftelregelung budgetiert, was eine langfristige Planung für viele Institutionen kaum möglich macht. Trotzdem – die Vorgespräche waren sehr gut und wir sind guter Dinge, dass wir auch 2013 Unterstützung durch unsere Subventionsgeber bekommen. Aber wie heisst es so schön: solang man nix genaues weiss, weiss man nix genaues nicht, und solang nix schriftlich ist, is nix fix…

In diesem Sinn, schauen wir was die Zukunft bring – wir werden auf jeden Fall unser Allerbestes dazu beitragen!

Wir wünschen Ihnen/Euch ein frohes Fest sowie einen guten Rutsch in ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2013!

Herzlichst,

Wilhelm Prainsack & Robert Saringer

Wilhelm Prainsack & Robert Saringer

Wilhelm Prainsack & Robert Saringer

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