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Umbesetzung – Der „Neue“ beim THEATER SOMMER KLAGENFURT stellt sich vor

Mein Name ist Jörg Reifmesser und ich bin Schauspieler. Bereits vor zwei Jahren stand ich in der ersten Produktion des THEATER SOMMER KLAGENFURT als Harpagon in „Der Geizige – nach Moliére, doch völlig aus der Fassung“ im Innenhof des Stadthauses auf den Pflastersteinen, die die Welt bedeuten.

Diesen Sommer übernehme ich die Rolle des Leopold in der Erfolgsproduktion aus dem Vorjahr „Das weisse Rössl am Wörthersee“ und werde den Leopold auch in der Fortsetzung „Das verflixte zehnte Jahr“ spielen. Schon letzten Sommer hätte ich den Leopold geben sollen, musste diese Produktion jedoch aus terminlichen Gründen leider absagen.

Jörg Reifmesser als Harpagon

Mit Philipp“Pippo“ Stix wurde an meiner statt ein mehr als gleichwertiger, toller Schauspieler verpflichtet. Natürlich kam ich als Zuseher nach Klagenfurt zurück und war – wie alle Besucher an diesem Abend vom „Rössl“ überwältigt.

Nun, Mitte Juni, bin ich selbst schon wieder mittendrin statt nur dabei und probiere seit Anfang dieser Woche fleissig in Klagenfurt.

Am Anfang ist da ein Theaterstück, ein Skript …der Text.
Das Ensemble trifft sich zu einer Leseprobe, lernt die Kollegen und das Team kennen. Danach geht man heim. Dann bleibt der Text einmal am Nachttisch, Küchentisch oder Couchtisch liegen – bei mir ist das so.

Irgendwann wird das Skript wieder durchgeblättert und nach einer erneuten Lektüre streiche ich mir meine Textpassagen mit einem Leuchtstift an.

Fotoshooting als Oberkellner Leopold mit der Wirtin Josepha (Eva Reinold)

Anfang Mai starteten wir mit den Proben.
Ich begann natürlich schon viel früher Text zu lernen, denn für mich sind ja beide Produktionen – beide Texte neu.

Zuerst probierten wir für die Fortsetzung, die neue Produktion – also begannen alle quasi bei Null – was den Text anbelangt.

Bei einem neuen Stück bin ich bei der Probe mit jeder Faser meines Körpers sowie meines Verstandes an der Entwicklung meiner Figur und des Stücks beteiligt.
Dadurch konnte ich den „Leopold“ für mich entdecken und entwickeln.
Jeder Schritt den man macht, jeder Ton den man von sich gibt, jede Geste fügt sich wie ein Mosaik zusammen und beginnt zu „leben“.

Video vom Fotoshooting mit Jörg Reifmesser sowie dem Team des THEATER SOMMER KLAGENFURT

Eine Herausforderung ist, „meinen“ neu entdeckten Leopold in die Wiederaufnahme vom „Rössl“ zu setzen: „mein“ Leopold wirkt wie ein Pinselstrich, der auf eine bereits bemalte Leinwand aufgetragen wird…

Wie hat der Kollege das letztes Jahr gemacht? Wann bringe ich ein Glas Wasser? Wann kommt der Blick für den Kollegen? Was ist das richtige Stichwort? Das richtige Timing muss trainiert werden.

Dafür probieren wir und ich freu mich auf die Vorstellungen!

„Ich bin der Herr Leopold! Oberkellner im Weissen Rössl und stets zu ihren Diensten“

Liebe Grüße,

Jörg Reifmesser

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Von Wien nach Klagenfurt – das „Weiße Rössl“ zieht an den Wörthersee

Liebe Leserin, lieber Leser,

in zwei Wochen ist es soweit: das „Weiße Rössl“ wird seine Pforten endlich wieder öffnen: Am 20. Juni mit der Wiederaufnahme der Erfolgsproduktion aus dem Vorjahr, und am 28. Juni mit der Uraufführung von „Im Weißen Rössl am Wörthersee – Das verflixte zehnte Jahr“.

Zeit, euch einen Zwischenbericht zu geben:

Seit 7. Mai wird unsere neue Produktion  in Wien probiert. Wir haben uns in der „Tanzstelle“ einquartiert und probieren an fünf Tagen die Woche zwischen fünf und acht Stunden. In vier Wochen konnten wir die neue Produktion „Im Weißen Rössl am Wörthersee – das verflixte zehnte Jahr“ fertigstellen und schon im Detail proben – also „putzen“, wie es so schön heisst. Eine Wochen bleibt für die Wiederaufnahmeproben von „Im Weißen Rössl am Wörthersee – keine Operette, doch völlig aus der Fassung“. Hierbei liegt die Herausforderung darin, dass die beiden Hauptfiguren neu besetzt werden und binnen kurzer Zeit zwei Stücke mit jeweils einer Nettospieldauer von ca. 125 Minuten zu verinnerlichen haben. Nach diesen ersten fünf Probewochen in Wien übersiedelt der THEATER SOMMER KLAGENFURT samt Sack und Pack in die südlichste Landeshauptstadt. Da geht es dann zur Sache: Die Technik wird aufgebaut, Tribünen- und Bühnenelemente aufgestellt, zwei Stücke parallel probiert. Des Nachts wird an den Lichtstimmungen gefeilt und die Beleuchtungsarrengements programmiert. Dann geht es endlich bald los!

Die ersten Stolperversuche bei den Tanzproben

Trotz der beiden Neubesetzungen geht der THEATER SOMMER KLAGENFURT auch heuer wieder mit einem eingespielten Team an den Start: Eva Reinold wird ihr Debüt im Stadthaus feiern, alle anderen sind alte Bekannte: Nach einem Jahr Pause gibt Jörg Reifmesser – vielen noch als Harpargon aus unserer allerersten Produktion „Der Geizige – nach Moliére, doch völlig aus der Fassung“ bekannt – heuer den Leopold. An dieser Stelle sei unseren Wirtsleuten aus dem Vorjahr Irene Halenka und Philipp Stix – die dieses Jahr nicht dabei sein können – für die exzellente Arbeit gedankt und wir freuen uns auf weitere tolle Zusammenarbeiten in den kommenden Jahren! Ansonsten erwartet Euch ein unverändertes Team. Mit Silke, Daniel, Robert und meiner Wenigkeit sind aus dem künstlerischen Stab wieder vier Kärntner dabei, das Team wird wie in den Vorjahren schon von Restösterreichern, einer Deutschen und einem Schweizer komplettiert! 😉

Die Proben sind sehr inspirierend, Norbert Holoubek packt aus der Regiefuchs-Trickkiste aus, der künstlerische Input vieler Mitarbeiter mit unterschiedlichen stilistischen Backgrounds ist beflügelnd: genau das zeichnet unseren theatralen Output letztendlich aus. Wenn nach kurzer Probezeit in einer kahlen Probebühne schon mit großer Spielfreude agiert wird, ist das ein gutes Zeichen dass alles stimmt und lässt uns optimistisch den Premieren entgegenfiebern! Die Proben machen sehr viel Spass und wir freuen uns immens auf den Wörthersee und auf die Proben im Innenhof vom „Stadthaus Klagenfurt“ – denn erfahrungsgemäß wachsen erst hier die Produktionen dann zu dem außergewöhnlichen Theatererlebnis!

Alles Liebe,

Wilhelm Prainsack

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