Schlagwort-Archive: Theater Sommer Klagenfurt

Welches war das „beste“ Jahr ever? Vermutlich das kommende…

Seit 2010 starten wir jedes Jahr mit dem Anspruch „den besten Theater Sommer Klagenfurt ever“ auf die Bühne zu bringen. Einmal ist uns das tatsächlich gelungen. Welches Jahr nun de facto das „beste“ war, müssen all die involvierten Personen wohl mit sich selbst ausmachen. Was ich allerdings mit Sicherheit sagen kann ist, dass wir Jahr für Jahr alles darangesetzt und hart gearbeitet haben, das jeweilige Produktionsjahr zum besten, erfolgreichsten zu machen und um unser Publikum bestens zu unterhalten.

Neben einer professionellen, organisatorisch ausgeklügelten Vorbereitung, einem raffinierten Regiekonzept und einem homogenen Team hängt der Erfolg einer Produktion auch von Faktoren ab, auf die man als Produzent nur bedingt Einfluss hat: die Stimmung im Team, die im Idealfall eine sehr positive, kreative und produktive Eigendynamik entwickeln kann, die Aufmerksamkeit der Presse oder das Wetter (das man einfach so – ohne zu klagen hinnehmen muss)…

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Ein gemeinsames Essen ist nie verkehrt!

Welches der vergangenen sechs Jahre, in denen wir neun Eigenproduktionen (vier Uraufführungen und fünf Neubearbeitungen) auf die Bühne gebracht haben, nun „das beste“ war, kann ich wirklich nicht sagen. Mal waren wir noch besser besucht als sonst, mal war die Stimmung im Ensemble nochmal ein Scheibchen besser als gewohnt, mal war die künstlerische, schauspielerische Herausforderung nochmal komplexer und damit dankbarer als in den anderen Jahren… Einen Index für Erfolg oder Scheitern festzulegen ist etwas sehr persönliches und obliegt jedem einzelnen. Ich persönlich habe in den vergangenen Jahren beides durchleben (und verstehen) dürfen. Prinzipiell könnte man sagen: „Wir waren gut besucht, den meisten Leuten hat es gefallen – passt.“ Das wirklich aufregende jedoch ist, jedes Jahr Erfahrungen mitzunehmen, mit diesen zu wachsen und den Anspruch zu leben, den THEATER SOMMER KLAGENFURT weiter zu verbessern, noch aufregender zu gestalten – geradezu perfekt zu machen..!

Mit diesem Anspruch und den wertvollen Erfahrungen aus sechs packenden Jahren setzen wir alles daran, dass unser siebtes Produktionsjahr alles andere als „verflixt“ wird.

Der Spielplan vom THEATER SOMMER KLAGENFURT 2016

Erstmals werden wir im Sommer 2016 zwei abendfüllende Neuproduktionen zeigen:

TSK2016_marindolina_Logo_rgb 2Zum einen besinnen wir uns zu unseren Anfängen zurück: eine zugespitzte, neugeschriebene Komödie bestehend aus Handlungssträngen dreier Klassiker der Weltliteratur, die geistreich, kurios und pfiffig zusammengeführt werden & SchauspielerInnen, die mit mitreißender Begeisterung teilweise in Doppelrollen agieren und sehr körperbetont ein Gefühlsspektrum zwischen abgrundtief verzweifelt und himmelhoch jauchzend abdecken werden. Dass bei einer guten Komödie viel tragisches mitschwingt ist uns bewusst, und gerade darin sehen wir die Stärke in „Marindolina“.

vorstellunggespraech_logoZum anderen werden wir heuer etwas machen, das wir bislang noch nie gemacht haben: Tantiemen an einen Verlag zahlen. (Was wir allerdings sehr wohl gemacht haben ist, unsere AutorInnen – nur halt direkt – für die Auftragswerke zu bezahlen!!!). Aber das machen wir sehr gerne, da Joachim Zelter mit seiner kafkaesken Groteske „Vorstellungsgespräch“ ein Meisterwerk geschrieben hat, das den Zahn der Zeit trifft. Dieses Stück stellt für uns die überaus dankbare Herausforderung dar, in Klagenfurt ein weiteres schauspielerisches Gesicht zu zeigen, und auch das „ernste Fach“ (obwohl es in der Groteske nicht nur ernst hergehen wird) zu bedienen.

Darüber hinaus erwarten Sie weitere Neuerungen und sehr schöne, allabendliche Überraschungen. Alles werden wir zwar nicht verraten (wegen dem Überraschungseffekt wäre es gewesen) – das sollten Sie sich einfach ansehen kommen!!! Einiges aber schon – und zwar wie gewohnt hier auf unserem Blog.

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Jörg Reifmesser pausiert 2016.

Ein Wermutstropfen bleibt: Jörg Reifmesser – eine sehr verdiente Konstante in unserem Schauspielensemble und ein überaus beliebter und geschätzter Kollege, wird heuer eine Auszeit vom theatralen Treiben im sommerlichen Kärnten nehmen. Wir wünschen Jörg (mit etwas Wehmut dafür aber von ganzem Herzen) eine erfüllende Auszeit und hoffen, dass er in den kommenden Jahren wieder Teil von Kärntens coolstem Sommertheater wird. Dennoch erwartet Sie mit Katarina Hartmann, Heidelinde Schuster und meiner Wenigkeit ein eingespieltes Ensemble, zu dem mit Sebastian Krawczinski und Christian Ruthner zwei Vollblutschauspieler treffen, die darauf brennen im Sommer Kärnten aus dem Häuschen zu locken.

Wir freuen uns schon sehr auf das Wiedersehen mit unserem treuen Publikum sowie auf etliche „neue“ Gesichter. Und hoffen, dass 2016 der „beste THEATER SOMMER KLAGENFURT ever“ wird… zumindest bis 2017… 😉

Alles Liebe & bis bald,

Wilhelm Prainsack | Leitung

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THEATER SOMMER KLAGENFURT – Dem Mittwoch seinen Bittwoch!!!

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Gründung des THEATER SOMMER KLAGENFURT wollten wir uns, als freie, autonome Kulturinitiative, auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung stellen. Durch unsere Bittwochs-Initiative, die 2015 bereits das sechste Mal über die Bühne gehen wird, ermöglichen wir zum einen den kostenlosen Zugang für wirklich jede und jeden zu unseren Vorstellungen, wir lassen „Geschenke zirkulieren“, bereiten vielen Menschen eine freudige Überraschung und unterstützen zudem eine karitative Einrichtungen finanziell! Wie dies genau funktioniert und was wir bisher erreicht haben, lesen Sie bitte auf der Website nach.

Wir freuen uns sehr, dass die Casinos Austria – die den Gedanken von “Kulturgenuss und sozialer Verantwortung” genauso wichtig nehmen wie wir, auch heuer wieder als Partner der Bittwochs-Initiative fungieren!

Heuer wird Vinzibus – die Tankstelle menschlicher Wärme, im Mittelpunkt der Bittwochs-Reihe stehen

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Vnzibus ist eine wichtige karitative Einrichtung, die ausschliesslich durch Spendengelder finanziert und mit unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden betrieben wird. Sie versorgt notleidende Menschen mit warmen Essen sowie Kleidung,  sucht den sozialen Kontakt und bietet Hilfestellung.

Armut hat viele Gesichter, aber die Würde des Menschen ist unantastbar.

Irmgard Goier, Präsidentin der Vinzenzgemeinschaft in Kärnten, erklärt:  Die Vinzenzgemeinschaft St.Hemma-VinziBus betreibt seit dem Jahre 2007 in Klagenfurt einen VinziBus, der allabendlich Obdachlose, gestrandete Jugendliche, Heimatlose, mit warmen Tee, Broten oder warmen Essen  versorgt. Der tägliche Kontakt mit dem VinziBus soll auch den von uns betreuten und vom Leben benachteiligten Menschen sozialen Kontakt und menschliche Zuwendung geben. Wir nennen sie respektvoll „unsere Gäste“.

Bei unseren allabendlichen Treffen besucht uns eine wechselnde Anzahl von Gästen, zwischen 20 und 50 Personen. Die MitarbeiterInnen stehen dabei regelmäßig für längere Gespräche und kleinere Hilfsdienste zur Verfügung.

Mittlerweile arbeiten beim VinziBus rund 120 ehrenamtliche HelferInnen mit, die ihren Einsatz und ihre Freizeit zur Verfügung stellen, um beim Ausliefern des Essens und der Getränke, sowie teilweise beim Zubereiten der Speisen zu helfen.

Aus dem täglichen Kontakt mit den Gästen haben wir unter anderem gesehen, dass durch eine Versorgung mit Kleidung und kleineren, für das tägliche Leben notwendigen Dingen, wie Hygieneartikeln, viel zu einem menschenwürdigen Leben beigetragen werden kann.

Dadurch entstand ein weiteres Projekt, die „VinziBusKleiderkammer“, welches ein Mal pro Woche, von 18 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen betreut wird.

BittwochTermine 2015

Die Bittwoch-Tage, an denen Geschenke gegen Eintrittskarten für Eine ehrenwerte Familie getauscht werden können sind am 1.7., 8.7. sowie am 15.7. um 20:30. Bitte beachten Sie, dass Ihre Geschenke weitergeschenkt, dem bzw. der Beschenkten eine Freude bereiten und auch zum Spenden animieren sollen!

Der große Abschluss der Bittwochs-Initiative 2015 findet im Rahmen des Bittwch-Spezial, am 22.7. um 20:30 statt: Die gesammelten Mitbringsel werden unter allen Gästen verlost, VinziBus wird durch die Organisatorinnen vorgestellt, und im Anschluss an die Vorstellung von Eine ehrenwerte Familie erfolgt die Übergabe der gesammelten Spendengelder.

Neben Ihren Geschenken nehmen wir zusätzlich gerne Kleidung entgegen, welche wir der VinziBusKleiderkammer übermitteln: Besonders gefragt sind Herren Jeans in den Größen 38 bis 46, Herren Schuhe (ab Größe 42) und auch Bekleidung für Damen zwischen 20 und 40 Jahren wird immer wieder benötigt!

Wir freuen uns auf Ihre – wie immer – erstklassige Unterstützung und einmal mehr auf viele kreative, ausgefallene Geschenke!

Alles Liebe & bis bald,

Wilhelm Prainsack

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Crowdfunding – Kennzahlen einer erfolgreichen Finanzierung

Nachdem wir uns im vergangenen Sommer erstmals an die sogenannte „Schwarmfinanzierung“, in der Fachsprache als „Crowdfunding“ bekannt, gewagt haben, möchten wir unsere Erfahrungen mit euch teilen sowie Kennzahlen veröffentlichen. Über unser Projekt berichteten wir schon ausführlich in einem Blog.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Wie die deutsche Übesetzung „Schwarmfinanzierung“ schon sagt, wird ein Projekt durch die finanzielle Beteiligung vieler Personen (Kleinsponsoren bzw. Supporter) realisiert. Als Gegenleistung bietet man den Financiers besondere Produkte bzw. Beteiligungen am Projekt. Wie genau Crowdfunding funktioniert lest ihr am besten hier nach.

Wir entschieden uns, unser Finanzierungsprojekt auf der Crowdfunding-Plattform „Startnext“ zu starten. Startnext ist die größte und erfolgreichste dieser Plattformen im deutschsprachigen Raum. Zum damaligen Zeitpunkt waren aus 72 Einreichungen aus Österreich 30 erfolgreich. Vor unserem erfolgreich finanzierten Projekt „KANNIBALE & DIEBE“ wurde leider kein aus Kärnten zur Finanzierung freigeschaltetes Projekt finanziert. Für die Kärntner Theaterszene bedeutete die Teilfinanzierung durch Crowdfunding ein Novum und wir bereiteten unser Vorhaben gut vor um unser Projekt erfolgreich „über die Bühne zu bringen“!

Ausgangssituation

Wir entschieden uns dazu, mit der Herstellung von Kostümen einen reellen, nachvollziehbaren Teil unserer Produktionskosten durch Crowdfunding zu finanzieren. Die Überlegung war, dass alle an der Finanzierung beteiligten Personen – die sogenannten Supporter – die Produkte ihres finanziellen Zutuns auch sehen können und durch den Erwerb exklusiver Goodies einen Mehrwert erstehen! Natürlich war uns klar, dass ein solches Finanzierungskonzept in Österreich bzw. in Kärnten noch nicht sehr etabliert  ist. Darum versuchten wir, überregional Menschen anzusprechen, bzw. emotional an unser Projekt zu binden. So soll etwa in einem möglichen Supporter aus dem hohen Norden, der vermutlich nie und nimmer für einen Theaterbesuch ins schöne Kärntnerland fahren würde dennoch Interesse daran geweckt werden, dass unsere Häuptlinge in einem feinen, standesgemäßen Zwirn im Rampenlicht stehen.  Und damit dieser Jemand auch bereit ist dieses Projekt finanziell zu unterstützen, haben wir versucht auch Goodies bereitzustellen mit denen genau dieser Jemand auch etwas von dem Engagement hat.

Finanzierungsziel

Als Finanzierungsziel definierten wir € 1.500,00. „KANNIBALE & DIEBE“ erreichte 111% (€ 1.666,00) und wurde somit überfinanziert. Darüber hinaus wurde über diese Aktion ein zusätzlicher Sponsor gewonnen.

Goodies bzw. „Dankeschön-Pakete“

GoodiesHerausforderung war, Supporter im gesamten deutschsprachigen Raum anzusprechen. Dafür wurden sechs von neun Goodies nicht an einen Theaterbesuch gebunden. Darunter unter anderen die „Lasst euch einkochen“-Videobotschaft. Die restlichen drei Goodies waren Theaterpakete, die auf dem normalen Markt nicht zu erstehen waren – wie etwa der All-Inclusiv Theaterbesuch für zwei Personen – die klar an die Zielgruppe möglicher Besucher gerichtet waren!

Marketing

Neben der Verbreitung über unsere Homepage nutzten wir all unsere Social-Media Kanäle (Facebook, WordPress, Twitter, unseren Youtube-Channel) sowie klassische Printmedien. Die „Kleine Zeitung“ berichtete über „KANNIBALE & DIEBE“ auf einer Doppelseite. Auch Mundpropaganda im Verwandten- und Bekanntenkreis spielte eine nicht unwesentliche Rolle.

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Kennzahlen

39 Supporter unterstützen insgesamt 52 mal „Kannibale und Diebe“ mit € 1.666,00

32 Supporter aus Österreich, vier aus Deutschland, je einer aus den USA, Belgien und Kasachstan

Unter den 52 Unterstützungen waren sieben „freie“ (der Supporter wählte kein Paket und somit keine Gegenleistung). Diese sieben Supporter förderten „Kannibale & Diebe“ mit € 493,00.

Unsere Erfahrungen mit der Crowdfunding-Finanzierung

Da die Finanzierung erfolgreich war und wir sehr gutes Feedback über unser Auftreten und die Marketingmaßnahmen bekommen haben, sind unsere Erfahrungen sehr positiv. Wir können unsere Supporter in folgende Gruppen einteilen: (erweiterte) Teammitglieder, Verwandte, Bekannte bzw. Freunde, Stammpublikum sowie uns unbekannte Unterstützer. Überrascht waren wir vor allem an der finanziellen Beteiligung aus unseren Familien- und  Freundeskreisen: da unsere  Angehörigen und Freunde wissen, wie hart wir als Kulturschaffende zu arbeiten haben und es buchhaltungstechnisch quasi unmöglich ist, mal von der Oma einen Hunderter für das Sommertheater in die Finanzierung mitaufzunehmen, war Crowdfunding offenbar für viele Verwandte, Freunde und Bekannte eine tolle Gelegenheit, uns auf professioneller Ebene als Kultureinrichtung zu unterstützen und dafür auch einen Mehrwert zu erhalten. Auch einige (Stamm-)Besucher, die wir aufgrund des jährlichen Theaterbesuchs bei uns inzwischen persönlich kennen, haben ein Paket ergattert.Diagramm_Zielgruppen_kl

Finanziell_Zielgruppen_klAuch ein Unternehmen, mit dem wir alljährlich in Sponsorenverhandlungen waren aber jedoch leider nie eine Kooperation zustande kam, sprang durch die mediale Aufmerksamkeit als Partner auf den Zug auf. Dieses Unternehmen hat den Deal jedoch nicht über Startnext abgewickelt, da es in einem großen Unternehmen für die Buchhaltung offenbar kompliziert ist Sponsoringzuweisungen über einen Treuhänder abzuwickeln.

Tabelle der finanziellen Beteiligung der Zielgruppen in Miteinberechnung des durch die Crowdfunding Kampagne gewonnenen Sponsor (Extern – gelb) in Prozent:

mit Sponsor

Obwohl unsere Erwartungen übertroffen wurden darf man nicht vergessen, dass ein ausgeklügeltes und gut überlegtes Konzept essentiell für ein erfolgreiches Projekt ist und damit verbunden sehr viel Arbeit investiert werden muss!

Unsere Erfahrungen mit Startnext

Startnext hat sehr professionell gearbeitet und war auch telefonisch für Fragen erreichbar. Die Plattform Startnext wird betrieben von der Startnext Crowdfunding gUG. Seit Mai 2011 ist Startnext gemeinnützig, provisionsfrei und finanziert sich durch Spenden, den Verkauf diverser Premium Services und Features sowie durch Workshops und Vorträge, in denen Wissen rund ums Crowdfunding vermittelt wird.

Supporter können ihre Lieblingsprojekte direkt über ihr Online-Konto per Sofortüberweisung, via Vorkasse oder über  Paypal (Bei dieser Bezahlvariante fallen allerdings Transaktionskosten an, die dem Starter bei erfolgreicher Finanzierung abgezogen werden) finanziell unterstützen bzw. sich in diese einkaufen. Startnext stellt den Supportern frei, einen frei wählbaren Betrag der Crowdfunding Plattform zu spenden.

Von einigen Supportern wissen wir, dass es Skrupel gibt direkt über eine fremde Homepage auf ihr Online Konto zuzugreifen. In diesen Fällen wurden wir oft vor allem über unsere offizielle Facebook Seite kontaktiert und boten Hilfestellung oder konnten Vorbehalte entkräften (bei den Wiener Linien zum Beispiel funkt es genau so). Alternativ zu einer Online-Überweisung können Supporter sich die Kontodaten von Startnext mailen lassen und dann eine Überweisung durchführen – zu bedenken dabei ist allerdings, dass so eine Überweisung von einem österreichischen Konto aus bis zu sieben Werktage dauern kann und vielleicht nicht bis zur Deadline am Konto von Startnext gutgeschrieben wird. Überrascht hat uns, dass die Übergangsphasen zwischen Onlinestellen des Projektes, der Startphase sowie der Finanzierungsphase doch länger als erwartet (jeweils einige Werktage) gedauert haben. Andererseits werden natürlich alle Projekte sowie Starter durch Startnext auf Seriosität überprüft, was gut und wichtig ist. Für unser nächstes Projekt werden wir diese „Leerzeiten“ miteinberechnen. Insgesamt waren unsere Erfahrungen mit Startnext ausschliesslich positiv.

Gruß an die Crowd

Wir hoffen, Interessierten mit unseren Erfahrungen weitergeholfen zu haben. Allen Startern wünschen wir viel Erfolg bei der Realisierung ihrer Projekte!

Die Konzeption des Projektes „KANNIBALE & DIEBE“ erstellten Robert Saringer und ich. Einfliessen lassen konnten wir viele Erkenntnisse bzw. Erfahrungen von Christian Henner-Fehr, der uns beide im Rahmen des Kulturmanagement Studiums mit seinem beeindruckenden Fachwissen sehr weitergeholfen hat.

Ergänzend zu unseren Erfahrungen möchten wir allen Interessenten noch diese Einführung in Crowdfunding von Wolfgang Gumpelmaier – präsentiert im Zuge des stARTcamp Wien 2013 – ans Herz legen.

Bei all unseren Supportern und Fans auf Startnext wollen wir uns auf diesem Weg noch einmal herzlich bedanken!!!

Nachdem wir ja wissen was der THEATER SOMMER KLAGENFURT 2014 bringt, möchten auch wir wieder im Schwarm aktiv werden und hoffen abermals auf eine erfolgreiche Finanzierung durch die Crowd!

Bis dahin alles Liebe,

Wilhelm Prainsack

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Don’t look back in anger…

Und schon wieder ist ein Sommer vorüber. Obwohl – noch nicht ganz: so richtig heiß wird es nochmal am 30. und 31. August 2013 am Hauptplatz in Wiener Neustadt! Wir wurden eingeladen mit unserer Erfolgsproduktion von 2011 unter dem Titel „Im Weißen Rössl – Allzeit Getreu“ die ehemalige Kaiserresidenzstadt völlig aus der Fassung zu bringen!

Doch zuerst zu den brennenden Fragen der Gegenwart

„KANNIBALE & DIEBE – Eine bissige Sommerkomödie“ war eine Produktion die Klagenfurt polarisierte und kontroverse Publikumsreaktionen hervorgerufen hat. Für viele Besucher war es die beste all unserer bisherigen Produktionen, für andere war das Stück  unverständlich bzw. zu nah am schwarzen Humor angelehnt. Natürlich verstehen wir, dass viele Besucher, die schon öfters in unseren Produktionen waren, sich wieder etliche Doppelrollen und Gesangseinlagen erwarten haben. Diese Aussicht haben wir heuer nicht erfüllt…

Aufbauarbeiten und Proben für „KANNIBALE & DIEBE“

Ich muss auch ganz offen sagen, dass „KANNIBALE & DIEBE“ anders auf die Bühne hätte kommen sollen, als wir es in der finalen Fassung gezeigt haben. Wenn man wie wir in einem Team an künstlerischen Prozessen arbeitet, muss man den Kollegen natürlich Respekt und Vertrauen entgegenbringen. Respekt für das Handwerk und Vertrauen dahingehend, dass die gemeinsam festgesetzten Ziele auch von allen Beteiligten angesteuert werden. Wir mussten leider sehr spät erkennen, dass nicht alle in die selbe – vorab gemeinsam abgesprochene – Richtung arbeiteten. Das zog die logische Konsequenz mit sich, dass wir uns kurz vor der Premiere von dem Regisseur und der Dramaturgin trennen mussten (was durchaus in den besten Theatern oder auch Unternehmen vorkommen mag).

Unser besonderer Dank gilt darum der Regisseurin Angelika Mautz, die gemeinsam mit unserem großartigen Ensemble binnen drei Tagen das Stück so umgekrempelt hat, dass wir wieder „back in the game“ waren. Und wie!!! Herausgekommen ist eine wunderbar bissige Komödie basierend auf dem vortrefflichen Einakter „Häuptling Abendwind“ von Nestroy, angereichert mit Texten von Isabella Feimer und naturgemäss mit viel Input unseres Schauspielensembles! Neu für unser Publikum war der klassische Text, der natürlich gesellschaftlich unangenehme Fragen aufwirft – gewohnt hingegen der Lokalkolorit der Inszenierung, hohes schauspielerische Tempo sowie die heuer besonders große Rolle, die unser Publikum allabendlich einnehmen musste.

5 Jahre THEATER SOMMER KLAGENFURT

Es bleiben viele schöne Erinnerungen, der Stolz auf die gemeinsam mit dem gesamten Team vollbrachte Arbeit sowie das schöne Feedback vieler Besucher, etliche neue Erfahrungen und die Freude an der Arbeit. Und natürlich der Drang, all diese Erfahrungen in ein richtig geiles „5 Jahre THEATER SOMMER KLAGENFURT“-Jubiläum im kommenden Sommer einfliessen zu lassen.

Anzusprechen wäre auch heuer wieder der Wetteraspekt: schön ist, dass es von 24 Vorstellungen nur eine (so richtig) verregnet hat. Ein bisserl „feucht“ war es ein paar Mal öfters. Weniger schön war, dass es einige Male massiv nach einem Gewitter ausgesehen hat, das uns letztendlich doch verschont – jedoch einige theaterwillige Menschen von einem Besuch kurzfristig abgehalten hat. Gar nicht schön waren die Temperaturen in der letzten Juniwoche, in der es abends meist zwischen elf und maximal dreizehn Grad hatte – was dennoch etliche Menschen nicht davon abhalten konnte, sich einen pfiffigen Abend bei uns zu machen. Natürlich haben wir uns sehr um unser frierendes Publikum gekümmert und auf gut weihnachtlich heißen Punsch ausgeschenkt sowie Decken verteilt!

Stolz sind wir auch auf zahlreiche Kooperationen, den einmal mehr sehr erfolgreichen und beliebten „Bittwoch“ sowie unsere geglückte Crowdfundig-Campagne, der wir demnächst einen eigenen Blog widmen werden um unsere Erfahrungen mit Neugierigen zu teilen.

Mir bleibt nur übrig Ihnen, verehrte Leserschaft, einen wunderschönen, entspannenden Restsommer zu wünschen und ich hoffe, dass wir uns auch nächsten Sommer (oder noch heuer in Wiener Neustadt) wieder sehen werden!

Alles Liebe,

Wilhelm Prainsack

PS: Unsere Freunde vom  JUNGEN THEATER KLAGENFURT  bespielen mit „Nur für 3 Tage“ unter der Regie von Angie Mautz bis 17. August die THEATER HALLE 11 in Klagenfurt.

Wilhelm Prainsack

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Crowdfunding – Werdet Teil von „KANNIBALE & DIEBE“

Wer von Euch hat schon jemals etwas von Schwarmfinanzierung gehört? Ähm, ja. Versuchen wir es so: Crowdfunding? Ah richtig, Crowdfunding. Hat man schon mal gelesen. Doch was ist Crowdfunding tatsächlich? Was kann es ermöglichen?

Menschen wie ihr und wir können sich an (Kultur)Projekten verschiedenster Natur beteiligen bzw. diese vorfinanzieren. So wurden schon ganze Filme, Theaterproduktionen, Lokale oder auch Firmen finanziert. Als Gegenleistungen lassen sich die Produzenten Leistungen einfallen, die am normalen Markt nicht zu erstehen sind.

THEATER SOMMER KLAGENFURT goes Crowdfunding

Claudia Pötzsch und Julia Kuschar sind zwei engagierte Schülerinnen der „WIMO“ , also der Höheren Lehranstalt für Wirtschaft und Mode in Klagenfurt und werden als ihr Maturaprojekt die Kostüme für die beiden Häuptlinge der Theaterproduktion „KANNIBALE & DIEBE – Eine bissige Sommerkomödie“ entwerfen und nähen.

Bislang mussten wir ob des ohnehin angespannten Budgets bei den Kostümen immer sparen. Einerseits kamen uns da Stücke wie „Der Geizige“ sehr entgegen für das alle Kostüme bei der Caritas angekauft wurden, andererseits stiftete uns das Kärntner Modelabel „Pleamle“ im Rahmen einer Werbekooperation pro Produktion Outfits für jeweils zwei Darsteller („Im Weißen Rössl am Wörthersee„). Da wir uns für „KANNIBALE & DIEBE“ etwas ganz Besonderes überlegt haben, werden wir heuer wohl kaum bei der Caritas oder „Pleamle“ fündig werden…

Kooperation mit WI’MO Klagenfurt

Dipl.-Päd. Edith Posch, Claudia Pötzsch, Wilhelm Prainsack, Christina Tischler, Julia Kuschar

Dipl.-Päd. Edith Posch, Claudia Pötzsch, Wilhelm Prainsack, Christina Tischler, Julia Kuschar

Die Kooperation mit der „WIMO“ bietet sich perfekt an und ist für alle beteiligten ein Gewinn. Zum einen können sich Claudia und Julia mit ihren Kostümen vor einem großen Publikum präsentieren und finden mediale Aufmerksamkeit für Ihre Arbeit, andererseits bedeutet es für den THEATER SOMMER KLAGENFURT erstmals maßgeschneiderte Outfits, die zudem relativ kostengünstig hergestellt werden könnten. Allerdings wollen wir Claudia und Julia auch finanziell für Ihre Arbeit danken – und so kommt die Crowdfunding-Plattform Startnext ins Spiel.

Exklusive Dankespakete für euch!!!

Ihr, werte Leser und Freunde des THEATER SOMMER KLAGENFURT könnt euch direkt an dieser Kooperation beteiligen, die Herstellung der Kostüme mitfinanzieren, die Jungdesignerinnen unterstützen und bekommt dafür besondere und exklusive Goodies, die man ausschliesslich über Startnext erwerben kann! Beipielsweise bekommt man

  • für 5 Euro ein lustiges Dankesvideo vom gesamten Ensemble,
  • für 15 Euro steht euer Name im Programmheft,
  • für 29 Euro gibts eine DVD vom Stück (wird im Handeln NICHT vertrieben),
  • für 59 Euro ein tolles All-Inclusive-Package,
  • für 99 Euro ein geiles Überraschungspaket und vieles mehr – aber schaut am besten selbst!!!

Startnext - der Häuptlinge neue Kleider

Für die Kärntner Theaterszene bedeutet Crowdfunding übrigens ein Novum. Bislang wurden im deutschsprachigen Raum 1711 Projekte über Startnext gestartet, 708 davon wurden finanziert. Aus 72 Einreichungen aus Österreich waren 30 erfolgreich. Erfolgreich finanziert bedeutet, dass die für die Realisierung des Projektes veranschlagte Summe erreicht bzw. übertroffen wird. Wir benötigen € 1.500,00. Sollte diese Summe nicht erreicht werden, erhält ihr euer Geld, das währenddessen von einem Treuhänder verwaltet wird, postwendend zurück. Wir sind jedoch guter Dinge, dass wir mit eurer Hilfe das Crowdfunding auch in Kärnten erfolgreich etablieren können!

Auf alle Fälle sind wir sehr gespannt und freuen uns über diese besondere Kooperation mit der „WIMO“ und auch darauf, mit eurem Engagement auf Startnext Julia und Claudia für ihre Mühe belohnen zu dürfen!

Herzlichst,

Wilhelm Prainsack & Robert Saringer

PS: Sollte das Projekt überfinanziert werden, so kommt jeder Cent dem „Bittwoch“ zugute!!!

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Die Kunst und die Korruption – lauter Verbrecher im Kulturbereich

Am 22. März 2012 hab ich hier meinen allerersten Blog geschrieben. Über ein mehr oder weniger kompliziertes Gesetz – ob es für uns relevant ist, konnte bis dato noch nicht ganz geklärt werden. Trotz der trockenen Materie war es irgendwie spannend, das Thema zu behandeln und auch Feedback zu erhalten. Deshalb möchte ich mich heute einer ähnlichen Thematik annehmen – dem ANTI-KORRUPTIONSGESETZ!

Ui, klingt wild! Doch was hat das mit uns braven und gesetzestreuen Kulturveranstaltern zu tun? Das trifft doch nur KGH und den Meischi, oder? Nein, sollte es in der aktuellen Form beschlossen werden, triffts auch uns…

Sponsoring und Korruptionsstrafrecht

Anfang Oktober durfte ich einem wirklich interessanten Vortrag von o.Univ.Prof. Dr. Wolfgang Brandstetter lauschen. Er ist Vorstand des Instituts für Europäisches und Österreichisches Wirtschaftsstrafrecht an der WU Wien und sprach bei einer Tagung für Kultursponsoring über Gesetzesänderungen, die gerade für uns Kulturveranstalter nicht unwichtig erscheinen.

Zum Thema Sponsoring und Korruptionsstrafrecht steht im § 307 ff StGB (öffentlicher Bereich):

(1) Wer einem Amtsträger oder Schiedsrichter für die pflichtwidrige Vornahme oder Unterlassung eines Amtsgeschäfts einen Vorteil für ihn oder einen Dritten anbietet, verspricht oder gewährt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen. Ebenso ist zu bestrafen, wer einem Sachverständigen (§ 304 Abs. 1) für die Erstattung eines unrichtigen Befundes oder Gutachtens einen Vorteil für ihn oder einen Dritten anbietet, verspricht oder gewährt.

Ich möchte jetzt auch niemanden mit faden Gesetzestexten langweilen – nur in der Praxis heißt das folgendes: der THEATER SOMMER KLAGENFURT feiert am 20. Juni 2013 die Premiere seines neuen Stücks. Dazu werden natürlich Freunde und Familie, Sponsoren, Unterstützer, Medien und auch öffentliche Amtsträger eingeladen. Diese Amtsträger (zB. Politiker) dürften aus so einer Einladung jodoch keinen Vorteil ziehen. Tun sie aber, da sie ja von uns eingeladen werden und sich unentgeltlich eine Theatervorstellung ansehen. Nach dem Anti-Korruptionsgesetz (neuer Entwurf) ist dies strafbar – sowohl für den Einlader als auch für den Eingeladenen.

Der Workaround

Jetzt gibt es offiziell zwei Wege, dieses schwerwiegende Verbrechen nicht zu begehen:

Erstens: man läd zwar sämtliche Besucher zur Premiere ein, bittet aber alle geladenen Vertreter der Politik zur Kasse; (Ausnahme: Politiker, die direkt mit der Veranstaltung zu tun haben, etwa aus dem zuständigen Kulturreferat).

Zweitens: man läd auch sämtlichte Politiker ein, muss ihnen aber klar machen, dass sie einen Betrag im Gegenwert einer Eintrittskarte einer karitativen Organisation zu spenden haben und den Beleg am Eintritt vorweisen müssen.

Beide Lösungen sind irgendwie nicht wirklich charmant. Gerade bei uns in Kärnten bewegt man sich politisch auf sehr dünnem Eis, das ist hinlänglich bekannt. Umso wichtiger ist es, eine ausgewogene Palette an politischem Coleur bei der Premiere vertreten zu haben. Das könnte aus genannten Gründen zukünftig sehr schwierig werden. Die Folgen sind weniger mediale Aufmerksamkeit und es könnte uns in Zukunft im allerschlimmsten Fall die Subventionen kosten.

Vergraulte Sponsoren

Im Jahre 2008 hatte Österreich eines der härtesten Anti-Korruptionsgesetze der EU. Damals wurde die sogenannte „politische Landschaftspflege“ generell unter Strafe gestellt – niemand durfte etwas annehmen. Schnell wurde unter den Kulturveranstaltern Kritik laut – der sogenannte „Anfütterungsparagraph“ müsse sofort ersatzlos gestrichen werden, weil durch die Kriminalisierung die für den Kulturbereich extrem wichtigen Sponsoren verschreckt werden könnten.  Derzeit liegt die Grenze für die Annahme von Geschenken (etwa Eintrittskarten) bei 100 Euro. Das könnte sich jetzt ganz schnell wieder ändern. Die neuen Gesetzesentwüfe für das Anti-Korruptionsgesetz liegen auf dem Schreibtisch von Ministerin Karl – wie bereits oben beschrieben darf man dann beschenken – jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Ein Balanceakt.

Es ist also nicht ganz einfach, Kultur zu machen. Wir warten mit Spannung auf den neuen Entwurf. Wie dann die Konsequenzen im Detail aussehen ist noch nicht klar. Klar ist allerdings, dass wir uns unsere kommende Premiere dadurch nicht vermiesen lassen und den THEATER SOMMER KLAGENFURT 2013 unter allen Umständen fulminant eröffnen werden!!!

Alles Liebe,

Robert Saringer

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Eingeordnet unter Gesetz, Kärntner Kultursommer, Organsiation, Recht, Robert Saringer, Rundherum

Das MEDIENKOOPERATIONS- UND -FÖRDERUNGS- TRANSPARENZGESETZ (MedKF-TG) – Was juckt‘s uns Kulturveranstalter?!?

So, nachdem Kollege Prainsack sich (mit großem Erfolg und vielen Lesern) an seinen ersten Blog gewagt und über Freud und Leid des Kulturveranstalters geschrieben hat, möchte auch ich in die große, weite Bloggosphäre dringen. Und zwar mit einem – äh, recht komplexen Thema, wie schon der Titel vermuten lässt:

dem Medienkooperations- und -förderungs- Transparenzgesetz. Untertitel: „Was juckt‘s uns Kulturveranstalter?!?“

Grundsätzlich muss ich ja sagen, es gibt für mich aufregendere Dinge, als mich durch wirre Gesetzestexte zu ackern. Beim zweiten Satz (oder Paragraphen) hab ich ob der hochgradigen Verschachtelung meist schon vergessen, worum es im vorigen gegangen ist und auch die Satzkonstrukte sind oft alles andere als sexy. Beim letzten Kultursommer Jour Fixe in Klagenfurt wurde ein neues Gesetz diskutiert, weshalb ich mich tapfer durch erwähnten Paragraphenwald gekämpft habe, um eine Antwort zu finden…

Ich kann gleich zu Beginn die oben gestellte Frage, ob diese Novelle uns Kulturveranstalter betrifft, mit einem ganz klaren „JEIN“ beantworten. Ein NEIN deshalb, da Vereine (und die meisten Kulturinitiativen treten wie auch wir rechtlich als Verein auf) von diesem Gesetz per se nicht betroffen sind. Das JA steht dafür, dass einzelne Gruppen und Veranstalter oft von Körperschaften unterstützt werden, die sich sehr wohl um ein paar neue Paragraphen kümmern müssen*.

Zweiteres trifft in unserem Fall auf den „Kärntner Kultursommer“ zu. Einerseits Subventionsgeber für uns und einer Reihe anderer toller Kulturinitiativen im südlichsten Bundesland, andererseits eine Art Dachmarke, die als Organisation öffentlich auftritt, um die unterstützten Projekte gebührend zu bewerben.

Nun zur Novelle.

„Dieses Bundesgesetzt dient der Förderung der Transparenz bei Medienkooperationen sowie bei der Erteilung von Werbeaufträgen und der Vergabe von Förderungen an Medieninhaber eines periodischen Druckwerks […]“ heisst es sogleich zur Einführung. Grundsätzlich sehr zu begrüßen, denkt man doch an so manche Anzeigen in so manchen Tageszeitungen bei denen man meinen möchte, sie allein finanzieren das Medium.

Weiter im Gesetzestext.

„§ 3a. (1) Audiovisuelle Kommunikation und entgeltliche Veröffentlichungen von in Art. 126b Abs. 1 und 3, Art. 126c, Art. 127 Abs. 1 und 4 und Art. 127a Abs. 1 und 4 des Bundes-Verfassungsgesetzes – B-VG, BGBl. Nr. 1/1930, angeführten Rechtsträgern haben ausschließlich der Deckung eines konkreten Informationsbedürfnisses der Allgemeinheit zu dienen, das in einem inhaltlichen Zusammenhang mit dem Wirkungsbereich des jeweiligen Rechtsträgers steht. Darunter fallen insbesondere Informationen zur Rechtslage sowie Handlungs- oder Verhaltensempfehlungen und Sachinformationen. Audiovisuelle Kommunikation oder entgeltliche Veröffentlichungen, die keinen konkreten Bezug zur Deckung eines Informationsbedürfnisses aufweisen und ausschließlich oder teilweise lediglich der Vermarktung der Tätigkeit des Rechtsträgers dienen, sind unzulässig.“

Aha. Veröffentlichte Informationen im Zuge einer Medienkooperation müssen also dem „Informationsbedürfnis der Allgemeinheit“ und dürfen nicht zur „Vermarktung der Tätigkeit des Rechtsträgers dienen“ – da wird wieder einmal Klartext gesprochen. Bei politischen Inseraten mag dies eindeutiger sein: Faymann darf nicht nur zum Spass aus der „Krone“ grinsen, sondern muss uns zusätzlich sagen, dass etwa Wahlen bevorstehen und wir doch hingehen mögen. Was aber heißt das jetzt für Kulturinitiativen?!?

Medienkooperationen sind aufgrund des meist eher geringen Budgets ein unverzichtbares Mittel um Informationen unters Volk zu bringen. Im Fall vom THEATER SOMMER KLAGENFURT sprechen wir von einer exklusiven Kooperation mit der „Kleinen Zeitung“, deren eigentlicher Wert unser gesamtes Produktionsbudget übersteigt und somit für unsniemals finanzierbar wäre. Durch unsere Kooperation erfährt ein Großteil der Kärntner Bevölkerung wichtige Facts über uns: Es gibt uns!!! Und es gibt Karten!!!

Die Medienkooperation hat im letzten Sommer zum ersten Mal stattgefunden und uns nachweislich einige hundert Besucher mehr beschert. Das bringt uns wiederum größere finanzielle Unabhängigkeit und erhöht den Eigendeckungsgrad unserer Produktionen. Somit können wir freier agieren, unseren Spielraum ausweiten und uns auf das konzentrieren, was eigentlich unsere Aufgabe ist: unseren Besuchern zu fairen Preisen außergewöhnliche Unterhaltung bieten!

Doch zurück zum Gesetz.

Anfang des Jahres übermittelte der Rechnungshof eine Liste aller Rechtsträger, die seiner Kontrolle unterliegen, an die KommAustria. Diese Liste wird halbjährlich aktualisiert und umfasst ca. 2,3 Mio. Datensätze. Ab 1. Juli müssen diese Rechtsträger ihre entgeltlichen Veröffentlichungen quartalsweise melden, sofern sie € 5.000 proQuartal und Medium übersteigen. Am 15. Oktober endet die Frist für die Monate Juli, August und September (plus vier Wochen Nachfrist). Wer aber nicht rechtzeitig meldet, der zahlt – im Erstfall bis zu € 20.000, dann bis zu € 60.000. Dann wird vom Rechnungshof geprüft und das Spiel beginnt von Neuem.

Was das jetzt wirklich und konkret für Kulturveranstalter bedeutet, wird sich wohl erst nach Inkraftteten der Novelle am 1. Juli 2012 zeigen. Wir (und vermutlich auch der „Kärntner Kultursommer“ und eine Vielzahl ähnlicher Initiativen) können jedoch auf eine Medienkooperation keinesfalls verzichten da sie für uns erstens wie bereits erwähnt extrem wichtig ist, zweitens sehr gut funktioniert und drittens für beide Seiten Vorteile bringt!

Ob die Novelle Transparenz in die Werbevergabe bringen wird, ist ebenfalls fraglich. Es mag zwar im Gesetzestext Sinn machen und juristisch von Bedeutung sein, doch für mich beisst sich die Katze wieder mal in den Schwanz. Denn wie heißt es im letzten Paragraphen? „§ 8. Mit der Vollziehung dieses Bundesgesetzes ist der Bundeskanzler betraut.“  Na dann…

Freundschaft!

Robert Saringer

Robert Saringer

PS: Alle Angaben ohne Gewähr, die Meinungen sind natürlich meine ureigensten.

* Der Meldepflicht unterliegen jene Rechtsträger, die der Kontrolle des Rechnungshofes unterworfen sind (neben Ministerien, Ländern und Gemeinden mit mindestens 10.000 Einwohnern auch Stiftungen, Fonds, Anstalten und öffentliche Körperschaften bzw. Unternehmen, an denen erstere in qualifizierter Weise beteiligt sind; ebenso meldungspflichtig sind die Träger der Sozialversicherung und die gesetzlichen beruflichen Interessensvertretungen sowie die sonstigen durch Gesetz der Rechnungshofkontrolle unterworfenen Rechtsträger. (Quelle: WKO)

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