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Mit hochgekrempelten Ärmeln! Die Organisation des THEATER SOMMER KLAGENFURT, Klagenfurt am Wörthersee, Kärnten

Werte Leser,

mein Name ist Wilhelm Prainsack und gemeinsam mit Robert Saringer bin ich für die Organisation des THEATER SOMMER KLAGENFURT verantwortlich. Dies ist der erste Blog meines Lebens und ich nehme mir der Einfachheit halber heraus, Sie auf diesem Blog zu duzen!

Also: Hallo!

Vielleicht hast Du schon einmal im Innenhof des Stadthaus Klagenfurt eine Vorstellung des THEATER SOMMER KLAGENFURT erlebt. Für die Akteure und uns Organisatoren ist es natürlich wichtig, dass alles wie geschmiert läuft und auch das Publikum eine Leichtigkeit überkommt. Dass hinter dieser Leichtigkeit ein Haufen Arbeit steckt, kannst Du Dir bestimmt vorstellen. Da geht es, um nicht zu sehr ins Detail zu gehen, zuerst mal darum, ein Stück auszuwählen mit dem sich der THEATER SOMMER KLAGENFURT präsentiert – welches Dich und viele andere glücklich machen soll!

Wir sind dankbar, durch die Stadt Klagenfurt und das Land Kärnten unterstützt zu werden und betrachten diese öffentlichen Förderungen keineswegs als selbstverständlich – vielmehr als Basis, nach weiteren Mitteln zu suchen und als Auftrag, verantwortungsbewusst aussergewöhnlich gute Arbeit abzuliefern! Wenn finanzielle Ressourcen knapp sind, gilt es, die Ärmel hochzukrempeln und zu versuchen, aus den zur Verfügung stehenden Mitteln ein Optimum herauszuholen – das macht kreativ! Aus einer gewissen Not heraus sind schon großartige Dinge entstanden. So auch bei uns: Seit Beginn an arbeiten wir mit einem kleinen Ensemble, welches viele Rollen übernimmt. Für die Darsteller bedeutet das zwar schweisstreibende Arbeit, dafür jedoch die dankbare Herausforderung, sich von vielen Seiten zu präsentieren und das ganze Können auszuspielen! Uns macht das unglaublichen Spass und dieser überträgt sich auch auf unser Publikum. Stichwort: Authentizität!

Natürlich soll dieses Theaterstück unsere Handschrift tragen und zu etwas ganz Besonderem werden. Dafür wird es in einem langen Prozess be- und überarbeitet, zerpflückt, mit anderen Stücken vermengt, danach wieder zusammengesetzt um dann den Prozess noch einige Male von vorne zu beginnen. Schliesslich wollen wir dir die Geschichte aufregend erzählen, dich etwas fordern und vor allem: dich überraschen! Heraus kommt im Idealfall etwas Großartiges. Dass man das ganze proben muss, ist klar. Und dafür muss man Geld aufstellen, weil ausschliesslich durch Einnahmen durch den Kartenverkauf lässt sich kaum ein Kunstprojekt  finanzieren. Wie sagt man so schön? Ohne Geld keine Musik. Und ohne Musik kein THEATER SOMMER KLAGENFURT!

Na dann: Konzept ausarbeiten, Ziele definieren, Indikatoren festlegen, ein Team zusammenstellen dem man Vertrauen entgegen bringt, Kompetenzen zuordnen, eine genaue Kostenrechnung durchführen, einen Finanz-, Marketing- und Zeitplan erstellen und dann das Ganze zu Papier bringen. Das an sich ist zwar wahnsinnig interessant, aber auch sehr zeitaufwendig und erfordert profunde Branchenkenntnisse! So mancher unter Euch wird wissen, dass bereits in dieser Phase viele ambitionierte Projekte zu Grabe getragen werden… Dann gilt es um Subventionen anzusuchen, persönliche Gespräche zu führen. Für mögliche Sponsoren werden individuelle Konzepte gestaltet, Kontakt hergestellt und das persönliche Gespräch gesucht!

Und dann hat man immer noch kein Geld – im Gegenteil, es steckt schon drinnen: Grafikerkosten (ein gutes Konzept verlangt nach einer attraktiven Verpackung), Druckkosten, Portogebühren, Kilometer etc. Das ganze spielt sich in unserem Fall zwischen September und November ab und wird sich noch bis in den April reinziehen. So nebenbei machen wir den Geschäftsabschluss der vergangenen Spielzeit, legen den öffentlichen Stellen den Finanzabschluss vor, rühren schon etwas die Werbetrommel für das kommende Spieljahr, betreuen & adaptieren die Homepage, telefonieren, treffen Menschen, schreiben Mails, telefonieren, treffen noch mehr Menschen und so weiter und so fort. Immer noch mit dem Risiko im Hinterkopf, dass wir an der Finanzierung scheitern könnten. Was dann wiederum Konsequenzen mit sich ziehen würde: Zu diesem Zeitpunkt hängt bereits ein Rattenschwanz an Ausgaben an uns. Der Grafiker, der ja nicht umsonst arbeiten will (und so soll es sein), ein Autor, der schon begonnen hat ein Stück zu bearbeiten, Schauspieler, die mindestens ein halbes Jahr vorher engagiert werden müssen und sich die Zeit freihalten und letztendlich auch die Reputation (weniger die privat erbrachten finanziellen Vorleistungen oder der immense zeitliche Aufwand) der Organisatoren. Es kommen einige Rückschläge, aber auch überaus positive und sehr erbauliche, beflügelnde Nachrichten!

Wir stecken mitten in diesem Vorbereitungsprozess. Die letzten Jahre haben wir etwas Lehrgeld gezahlt und glücklicherweise viel daraus gelernt (ein gutes Investment;)! So sind wir heuer im Planen schon in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Und wenn es dann soweit ist und Du in einer unserer Vorstellungen sitzt, wirst Du von all dieser Arbeit nichts mitbekommen. Und so soll es sein. Du willst einen unvergesslichen Theaterabend erleben! Daran arbeiten wir.

Alles Liebe & bis bald

Wilhelm Prainsack

THEATER SOMMER KLAGENFURT

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Norbert Holoubek über die Herausforderung „Im weißen Rössl am Wörthersee – das verflixte zehnte Jahr“ -THEATER SOMMER KLAGENFURT – Klagenfurt am Wörthersee

Hmmm, einen zweiten Teil für „ Das Weisse Rössl am Wörthersee“ zu schreiben ist eine besondere Herausforderung, birgt viele Gefahren und hat einige Vorraussetzungen, die ein „normales“ Theaterstück nicht hat. Es darf so viel NICHT und MUSS so viel sein:

  • Es darf keine Kopie vom Rössl I sein.
  • Es darf keine abhängige Fortsetzung werden, sondern eben eine unabhängige.
  • Es darf nicht weniger lustig als der erste Teil sein.
  • Es muss so geschrieben werden, dass es logistisch möglich ist, fünf Schauspieler alle 12 Rollen spielen zu lassen.
  • Es muss todkomisch, niemals platt und doch anspruchsvoll sein.
  • Es muss alle Schauspieler fordern und glücklich machen.
  • Es muss das Publikum fordern und glücklich machen.
  • Es muss mich glücklich machen.

Hui… Hilfe! Und jetzt?

Bei mir ist es so, dass ich länger mit einer Idee „schwanger laufe“. Ich habe eine erste Idee, setze sie in irgendeiner Gehirnwindung aus und lasse sie unterbewusst so vor sich hinarbeiten. Aus verschiedensten Seiten versuche ich mir Inspirationen zu holen: aus Filmen und Theaterstücken, aus dem Alltag, aus Träumen. Viel Woody Allen habe ich gesehen, gefällt mir gut, doch will sich sein Stil einfach nicht in meine Rössl II Vorstellungen reinbiegen lassen. Viele Komödien habe ich gelesen. Erst auf der Suche, nach Stücken deren Handlung man verweben könnte. (Wie vor zwei Jahren beim „Geizigen“, oder letztes Jahr die Mischung mit „Bunbury“ von Oscar Wilde). Aber irgendwie gefällt mir nichts gut genug. Dann muss es wohl etwas ganz eigenes werden! Immerhin werden die Ideen immer mehr und das Samenkorn in meiner Gehirnwindung wird größer – ein kleines Pflänzchen spriesst und wackelt schon ganz schön herum in meinem Kopf.

Bald weiss ich vor allem eins: Teil II wird keine unmittelbare Fortsetzung werden, es soll zehn Jahre später spielen. Warum? Weil sich Menschen verändern. Bewusst, öfter unbewusst und dies ist ein Thema, das ich immer spannend finde. Also: wie entwickeln sich die Figuren weiter, wie geht es ihnen, zehn Jahre nach dem Happy End? Sind sie überhaupt noch glücklich? Kämpfen sie für ihr Glück? Suchen sie das Glück? Oder überlegen sie schon, wie sie ihren Partner unauffällig wieder loswerden können… Das sind Themen, die mich reizen.

Also: Einfach anfangen.

Irgendwann sitze ich endlich vorm PC. Und zum Glück fällt es mir leicht einfach mal loszuschreiben. Die Angst vor dem weißen Blatt Papier oder den leeren Bildschirm – die kenne ich nicht. Zum Glück! Ich kenne Autoren, die können unchronologisch schreiben. Das kann ich gar nicht. Ich muss vorne anfangen und logisch darauf aufbauen. Die ersten Szenen sind die schwierigsten. Denn alles was da entschieden wird, hat Folgen für das restliche Stück. Zwölf Figuren einzuleiten und dem Publikum vorzustellen, ist nicht so einfach. Und die Frage ist: welche Figuren? Bald trenne ich mich von einigen lieb gewonnenen Charakteren aus dem ersten Teil und freue mich wie ein guter Onkel mit den Figuren, die „überleben“, und von denen ich noch mehr erfahren darf . Das ist toll!!! Auch neue Charaktere auf das „alte“ Personal loszulassen macht wirklich Spaß. Und immer mehr verliebe ich mich in „meine“ Figuren, die doch nie meine sind, sondern die ich zu beobachten scheine und die ich oft vor schwierige Herausforderung stelle. Absichtlich. Interessant werden die Figuren so richtig, wenn sie eigentlich keinen Ausweg mehr sehen und dann kreativ werden: Sie beginnen zu kämpfen, sie werden richtig komisch, und ich leide mit ihnen mit… Denn leicht mache ich es ihnen nicht – zehn Jahre später! Und einen Mörder hetze ich ihnen auch noch auf den Hals.

Endlich ist der erste Guss ist fertig. Oft noch mal drüber lesen… Oft noch mal nachkontrollieren… Das Stück wird oft umgeschrieben und wie ein heller Kristall von allen Seiten beleuchtet und geschliffen. Schließlich kann ich es erst den Produzenten präsentieren, wenn es auch wirklich „mein“ Baby ist, das ich verstehen und verteidigen kann.

Und da liegt es jetzt. Ausgedruckt auf meinem Schreibtisch. Das ausgedruckte „Rössl II“-Werk. Bereit für seine ersten Gehversuche.

Einsame Stunden liegen hinter mir, jetzt kommt der Geist der anderen dazu. Der nächste Prozess.

Gemeinsam mit den beiden Produzenten suchen wir einen geeigneten Namen. Ein echt schwieriges Unterfangen, schliesslich schicke ich mein Kind mit diesem Namen in die Welt hinaus, und da soll es neugierig machen, begeistern, gefallen und glücklich machen!

Mich hat es schon mal glücklich gemacht. Also habe ich immerhin schon einem Punkt entsprochen.

„Im weißen Rössl am Wörthersee – das verflixte zehnte Jahr“ – Ich freu mich drauf!!!

Norbert Holoubek

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