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Apfeltalk: Theater, Sommer, Hagelschlag & eine Delogierung

Das war ein Sommer heuer! Sommer ist gut. Laut Kalender war Sommer. Oder halt woanders, aber in Klagenfurt eher nicht so. Zumindest nicht Ende Juni bis Mitte Juli… Nichts desto trotz gibt es Sommertheater. Naja, nennen wir es heuer mal Freilufttheater. Weil das könnte ja auch im Winter stattfinden. Sollte ich aber nicht zu laut sagen, wer weiss, auf welche Ideen diese Theaterleute sonst noch kommen.

Kärntens coolstes Sommertheater

Heuer haben sie auf jeden Fall einen „Sommernachtsalbtraum“ auf die Bühne gebracht. Cooles Stück muss ich sagen. Und nachdem sich ja- ich nenne sie mal „meine“ Theaterleute, da sie ja bei mir im Stadthaus produzieren – sich damit brüsten, Kärntens coolstes Sommertheater zu sein, kann ich nur sagen: Da hat alles zusammengepasst! Das Wetter, das Stück, die Umsetzung – sprich: a runde Gschicht!!!

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In Klagenfurt sagen ja die älteren Semester, dass es so einen Hagelschlag wie heuer nur alle 50 Jahre gibt.

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IMG_0750Kann ich nun nicht bestätigen. Was ich allerdings behaupte ist, dass es so einen verregneten Juli bestimmt nur höchstens alle fünf Jahre gibt: ich hab die Theaterleute heuer nur an zwei der insgesamt 24 Spieltage nicht alles trockenwischen gesehen. Und das hängt aber bestimmt nicht damit zusammen, dass die mich einfach zur Seite geräumt haben. Einfach ist gut: Immerhin waren vier gestandene Männer (und noch ein paar Hansln) am Werk meinen schönen, marmornen, 1400 Kilogramm schweren Corpus zu deplazieren und dabei den hydraulischen Stapler zu demolieren! Soweit so gut, nun kuschle ich wieder mit meinen Birnen (ach, wie ich das vermisst habe), und muss nicht wieder allabendlich im Rampenlicht stehen. Und ich bin nicht mehr so stark der Witterung ausgesetzt, was ich jetzt ziemlich gut finde – ich bin zwar nicht aus Zucker, aber so ein harter Kerl wie man es vermuten könnte bin ich nun auch wieder nicht!

Schön war es trotzdem. Es war zwar kalt und unwirtlich und man wundert sich, wer da aller dennoch ins Open Air Theater geht! Und unwirtlich war ja nur das Wetter, nicht aber die Damen der Theaterbar: besonders gefallen hat mir der liebliche Geruch vom heissen Punsch, der mir ein imaginäres Lächeln entlockte!

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Immerhin war die letzte Spielwoche einigermassen schön, und das Theater wieder rappelvoll.

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Nicht dass ich mich jetzt so auskenne, aber ich denke, dass sich meine Theaterleute spätestens seit heuer unter den Top-Playern der Kulturbranche etabliert haben: Weil erstens haben sie endlich eine Nebelmaschine, und zweitens könnens bei dem Wetter (und noch dazu mit der Fussball WM als Konkurrezveranstaltung) nicht reich geworden sein 😉 Aber die haben noch Luft nach oben, da muss man nur mal nach Wien schauen, oder auf die Seebühne….

Los war wieder wirklich viel – die eben erst erwähnte Nebelmaschine hat auch mal die Feuerwehr anrücken lassen. Ich für meinen Teil hab wieder etliche bekannte und viele glückliche Gesichter unter den Gästen, und schwitzende Schauspieler gesehen. So soll es sein. Nur nicht vielleicht so dermassen nass und kühl, weil irgendwie ist das dann doch uncool…IMG_1115

Und so bleibt mir nichts weiter über als in meinem neuen Eck auszuharren und zu warten, was der kommende Sommer mir bringen wird. Theater? Schönes Wetter?  Hoffentlich beides – UND (in eigener Sache): ich würd gern mal direkt beim Eingang stehen – geht das???

 

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Umbesetzung – Der „Neue“ beim THEATER SOMMER KLAGENFURT stellt sich vor

Mein Name ist Jörg Reifmesser und ich bin Schauspieler. Bereits vor zwei Jahren stand ich in der ersten Produktion des THEATER SOMMER KLAGENFURT als Harpagon in „Der Geizige – nach Moliére, doch völlig aus der Fassung“ im Innenhof des Stadthauses auf den Pflastersteinen, die die Welt bedeuten.

Diesen Sommer übernehme ich die Rolle des Leopold in der Erfolgsproduktion aus dem Vorjahr „Das weisse Rössl am Wörthersee“ und werde den Leopold auch in der Fortsetzung „Das verflixte zehnte Jahr“ spielen. Schon letzten Sommer hätte ich den Leopold geben sollen, musste diese Produktion jedoch aus terminlichen Gründen leider absagen.

Jörg Reifmesser als Harpagon

Mit Philipp“Pippo“ Stix wurde an meiner statt ein mehr als gleichwertiger, toller Schauspieler verpflichtet. Natürlich kam ich als Zuseher nach Klagenfurt zurück und war – wie alle Besucher an diesem Abend vom „Rössl“ überwältigt.

Nun, Mitte Juni, bin ich selbst schon wieder mittendrin statt nur dabei und probiere seit Anfang dieser Woche fleissig in Klagenfurt.

Am Anfang ist da ein Theaterstück, ein Skript …der Text.
Das Ensemble trifft sich zu einer Leseprobe, lernt die Kollegen und das Team kennen. Danach geht man heim. Dann bleibt der Text einmal am Nachttisch, Küchentisch oder Couchtisch liegen – bei mir ist das so.

Irgendwann wird das Skript wieder durchgeblättert und nach einer erneuten Lektüre streiche ich mir meine Textpassagen mit einem Leuchtstift an.

Fotoshooting als Oberkellner Leopold mit der Wirtin Josepha (Eva Reinold)

Anfang Mai starteten wir mit den Proben.
Ich begann natürlich schon viel früher Text zu lernen, denn für mich sind ja beide Produktionen – beide Texte neu.

Zuerst probierten wir für die Fortsetzung, die neue Produktion – also begannen alle quasi bei Null – was den Text anbelangt.

Bei einem neuen Stück bin ich bei der Probe mit jeder Faser meines Körpers sowie meines Verstandes an der Entwicklung meiner Figur und des Stücks beteiligt.
Dadurch konnte ich den „Leopold“ für mich entdecken und entwickeln.
Jeder Schritt den man macht, jeder Ton den man von sich gibt, jede Geste fügt sich wie ein Mosaik zusammen und beginnt zu „leben“.

Video vom Fotoshooting mit Jörg Reifmesser sowie dem Team des THEATER SOMMER KLAGENFURT

Eine Herausforderung ist, „meinen“ neu entdeckten Leopold in die Wiederaufnahme vom „Rössl“ zu setzen: „mein“ Leopold wirkt wie ein Pinselstrich, der auf eine bereits bemalte Leinwand aufgetragen wird…

Wie hat der Kollege das letztes Jahr gemacht? Wann bringe ich ein Glas Wasser? Wann kommt der Blick für den Kollegen? Was ist das richtige Stichwort? Das richtige Timing muss trainiert werden.

Dafür probieren wir und ich freu mich auf die Vorstellungen!

„Ich bin der Herr Leopold! Oberkellner im Weissen Rössl und stets zu ihren Diensten“

Liebe Grüße,

Jörg Reifmesser

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„Big Apple is watching you“ – THEATER SOMMER KLAGENFURT

Hallo, ich bin Malus Domestica. Das kommt aus dem Lateinischen bedeutet „häuslicher Apfel“. Also: ein kultivierter Apfel. Da ich ja selbst – gehen wir mal soweit – aus der Kultur komme, find ich es ziemlich lustig, dass der gemeine Apfel „Kulturapfel“ genannt wird – aber bitte! Der Ausdruck Kultur wird von colere (wohnen, pflegen, den Acker bestellen) abgeleitet – kommt also quasi aus dem Ländlichen. Mittlerweile wird die Kultur ja eher mit den urbanen Ballungsräumen in Zusammenhang gebracht. Aber ich schweife wieder ab. Das mach ich gerne, musst du wissen. Bevor du dich wunderst, was ich da verzapfe, pass auf – es heisst ja so schön: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. In meinem Fall ist das nur bedingt richtig. Man könnte sagen, ein Granitblock fällt nicht weit vom Felsen. Auch das ist mir nicht wiederfahren: ich wurde von dem Künstler Max Gangl zu einem Obststück geschlagen und geschliffen. Dann prominent fast in die Mitte des schönen Innenhofes vom Stadthaus Klagenfurt gebettet. Ob meiner geschätzten 1.400 kg mit einem Gabelstapler, wohlgemerkt! Damit ich mich da nicht so einsam fühle, wurden mir zwei Birnen zur Seite gestellt. Ich bin sozusagen der Herr hier im Innenhof: DER Apfel, DIE Birnen!

Bei der ersten technischen Besprechung im Frühling 2010 wurde ja tatsächlich versucht, mich zu verrücken... denkste ;)

Bei der ersten technischen Besprechung 2010 haben die Helden ja tatsächlich versucht, mich anders zu platzieren

Aber jetzt stell dir vor: ich bin kein Obststück, sondern ein Kunststück! Und obwohl ich aus der bildenen Kunst komme, hab ich durchaus eine hohe Affinität zur darstellenden. Und hallo hallo – jetzt schliesst sich der Kreis: Seit zwei Jahren wird in meinem Innenhof Theater gespielt, und das beste dabei: ob meines Gewichtes bin ich nicht wegzukriegen. In all meiner Pracht stehe ich derart prominent im Innenhof, dass man mich in die Stücke einbauen muss. Die beiden Birnen, die etwas leichter sind, wandern in den Inszenierungen fleissig umher!

Was mir dabei weniger gefällt ist, dass ich durchaus auch als Gebrauchsgegenstand herhalten muss. Mal als Ablage für allerlei Kram aber auch als Sitz- oder Anlehngelegenheit, was mir in manchen Fällen schon beträchtlich lieber ist. Dass mir Hunde ein Gräuel sind, kannst du dir bestimmt vorstellen, daher bin ich auch unendlich froh, dass zum Theater doch überwiegend Menschen kommen!

Die beiden Birnen sind schon leichter zu versetzen – hier als Kulisse in „Der Geizige – nach Moliére, doch völlig aus der Fassung“ mit Jörg Reifmesser, 2010

Vielleicht wirst du dich jetzt fragen, warum ich hier jetzt meinen Senf ablasse. Pass auf, es ist nämlich so: Dass ich auch oft als Ablage missbraucht werde, hab ich ja schon erwähnt. Tschick, Bier, Säfte, Klamotten und vieles mehr hab ich schon ertragen. Aber auch einen Rechner mit allen Passwörten und Zugängen. Und da hab ich mir gedacht, blöd wirst sein, und dein Wissen nicht in die Welt raustragen. Wie oft hab ich schon Menschen, die den Park über mir besuchten, sagen hören: „Wenn der alte Baum da sprechen könnte, der könnte dir Dinge erzählen…“. Dass niemand auf die Idee kommt, mich mal zu fragen, betrübt mich schon ein bissl. Nenn es ruhig Eitelkeit. Aber weisst du, ich denke, dies ist legitim.

 
Auch ich spiele immer mit. Hier als Sitzgelegenheit für „Ottilie“ Astrid Herbich in „Im Weißen Rössl am Wörthersee – keine Operette, doch völlig aus der Fassung“ 2011

Wenn ich mir so die Schauspieler beim Proben anschaue…  Oder so manch einen aus dem Publikum… Wie der oder die reinstolziert und in unbeobachteten Momenten Dinge von sich gibt, dass meine imaginären Ohren nur so wackeln wie Fackeln im Wind! Also ich hab schon eine Menge zu erzählen: Da war zum Beispiel dieser junge Mann, der zum Bittwoch mit einem alten, gebrauchten Geschirrtuch kam und der sich dann in Grund und Boden geniert hat… Oder der Lachkrampf eines Schauspielers, der alle im Innenhof angesteckt hat… Oder der Stromausfall während einer Vorstellung… Mann, zu erzählen gibt es viel – und das werde ich an dieser Stelle von nun an auch häufiger tun! In diesem Sinn: Big Apple is watching you… 😉

 
Erste Reihe fußfrei – da kriegt man ALLES mit…
Bald wird es von diesem Steinobstgeflüster mehr geben!
Bis dahin wünsch ich dir vom Kern alles Liebe und Gute & auf dass du gut zubeissen kannst!

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„Spiel mir das Lied vom Rössl“ Die unglaubliche Premierengeschichte des THEATER SOMMER KLAGENFURT 2011

Die ganze Welt spricht von Storytelling. Gehen wir doch einen Schritt weiter und plaudern „aus dem Nähkästchen“: Lest und staunt, welche Hiobsbotschaft uns am Tag vor der Premiere vom „Weißen Rössl am Wörthersee“ ereilt hat und wie Vieles anders wurde…

Es war ein wunderschöner 21. Juni 2011 – der Tag der Generalprobe. Die Tage zuvor war das Wetter sehr unbeständig und unser Lichttechniker hat die trockene Nacht genutzt, um die letzten Lichteinstellungen zu programmieren und an den Stimmungen zu feilen. Einer AMA (Alle mit Allem) Generalprobe stand also nichts mehr im Weg und das ganze Team brannte auf die Premiere, da wir alle wussten, dass wir ein richtig gutes Stück auf unser Publikum loslassen konnten, als uns gegen Mittag ein Anruf ereilte. So weit nichts Besonderes, da zu dieser Zeit das Telefon ohnehin sehr oft bimmelte.

Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein Herr der wissen wollte, was wir da eigentlich genau machen. Zugegeben, eine vielleicht etwas eigentümliche Fragestellung, jedoch nicht wirklich ungewöhnlich. Nach ausführlicher Auskunft unseres operativen Leiters gab sich der Herr auf der anderen Seite der Strippe als Mitarbeiter des Bühnenverlags Felix-Bloch-Erben zu erkennen und unterrichtete Robert, dass die Exklusivrechte für die Operette „Im weissen Rößl am Wolfgansee“ 2011 an die Lehár Festspiele Bad Ischl vergeben wurden und forderte von uns die schriftliche Zusicherung, dass wir nicht eine einzige Zeile bzw. eine Melodie aus dem Libretto verwenden würden.

So. Jetzt muss man mal festhalten, dass wir Stücke und Stoffe gerne „aus der Fassung“ bringen. Und weil „aus-der-Fassung-bringen“ ja so eine Sache ist und man eigentlich jedes geänderte Wort mit dem Verlag absprechen müsste, greifen wir gerne auf Stücke zurück, die „frei“ sind. „Frei“ bedeutet, dass 70 Jahre nach Ableben des Autors das Copyright erlischt, man zum einen keine Tantiemen mehr zahlen muss und zum anderen Stücke nach allen Regeln der Kunst bearbeiten darf. Am Rande sei bemerkt, dass unser Autor immer mit höchstem Respekt an das Bearbeiten von Stoffen herangeht…

Aber noch einen Schritt zurück: Als Norbert Holoubek, Robert Saringer und meine Wenigkeit uns im Spätsommer 2010 den Kopf darüber zerbrachen, mit welchem Stück wir Klagenfurt des Sommers wieder so richtig rocken können, stand lange Zeit Oscar Wilde‘s Meisterwerk „Bunbury“ auf unserer Liste ganz weit oben. Wie wir letztendlich zum „Rössl“ gekommen sind, weiss ich nicht mehr. Fest stand nur, dass wir das Lustspiel „Im weissen Rößl“ (das auch gar nicht am Wolfgangsee spielt) von Oscar Blumenthal und Gustav Kadelburg als Vorlage nehmen, es auf die wichtigsten Rahmenhandlungen kürzen und mit „Bunbury“ vereinen wollten. So verfasste Norbert für uns eine komplett neue Komödie, die im wesentlichen auf diesen beiden Stücken beruht. Angenehm für uns, da für diese beiden Meisterwerke auch keine Tantiemen mehr anfallen. Also war der Plan, unsere Produktion mit dem eindeutigen Titel „Im weißen Rössl am Wörthersee – keine Operette, doch völlig aus der Fassung!“ mit ein paar Nummern wie zum Beispiel „Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein“ mitsamt einer Schuhplattler-Choreographie zu garnieren. Für dieses Lied fallen dann AKM Gebühren an, die wir selbstverständlich jährlich zahlen.

Dass der Anruf vom Verlag am Vortag der Premiere eine Hiobsbotschaft ist, kann man vermutlich leicht nachvollziehen – schliesslich wurden Lieder aus der Operette über Wochen geprobt, teilweise  choreographiert und mussten ganz raus oder ersetzt werden –  und zwar schleunigst! Die Lieder waren jedoch auch das einzige Problem, da wir das Libretto nie auch nur aus der Ferne beäugt hatten.

An jenem besagtem Tag rückte unser Ensemble enger zusammen als es irgendein Teambuilding-Guru je zusammengebracht hätte: Daniel Ogris ging das gesamte Libretto durch, um nach möglichen „Plagiaten“ zu suchen (an dieser Stelle noch mal herzlichen Dank für die Unterstützung an Gudrun Nikodem-Eichenhardt von den „Kernölamazonen“), alle anderen suchten nach passenden Liedern, mit denen man die Operettensongs ersetzen konnte, um zumindest die Choreographien zu retten. Es wurde getextet, verworfen, gesungen, getanzt und probiert. Es war ein toller Tag, an dem alle ruhig geblieben sind, sich einer gemeinsamen Sache angenommen und gemeinsam an einem Strang gezogen haben.

Ich denke, dass uns dieser Stress gut getan hat. Zum einen sah man, dass wir ein Team haben, das tadellos funktioniert, in dem jeder bereit ist, kurzfristig Änderungen vorzunehmen und das für einander da ist. Zum anderen hat unser „Rössl“ sehr gewonnen, da nicht eine einzige bekannte Operettenmelodie in unserer Produktion zu hören war. Die Musikarrangements wurden dadurch unvorhersehbar, wesentlich origineller und witziger.

Ob wir vorschnell gehandelt haben, indem wir die originalen „Rößl“- Lieder rausgenommen haben oder ob wir eh auf der rechtlich sicheren Seite waren, will ich an dieser Stelle nicht kommentieren. Zu diesem Zeitpunkt war unsere Homepage samt Stückbeschreibung seit Monaten online sowie tausende Flyer im Umlauf. Wenn man weiss, wie Verlage arbeiten und zurecht akribisch darauf achten, dass kein Copyright verletzt wird, wundert es mich, dass sich der Verlag nicht schon früher bei uns gemeldet hat. Ob es also Kalkül war, uns so dermassen kurzfristig zu kontaktieren und ob uns jemals jemand kontrolliert hat, weiss ich nicht. Was ich allerdings weiss ist, dass trotz der Exklusivrechte für Bad Ischl mehr als eine öffentliche „Rößl“-Operettenproduktionen 2011 in Österreich produziert wurde.

Rückblickend freut es mich, weil es ein sehr schöner und konstruktiver Tag war, wir eine aufregende Generalprobe und eine supertolle Premiere hatten.

Schön war es – trotzdem: Nochmal brauchen wir so etwas nicht! 😉

Was aus der geprobten Choreographie letztendlich geworden ist, seht ihr hier:

Alles Liebe & bis bald,

Wilhelm Prainsack

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