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Klagenfurt bringt Neustadt völlig aus der Fassung

Nach Gastspielen der Kinderproduktionen des THEATER SOMMER KLAGENFURT in Stockerau stand Ende August das erste „große“ Auswärtsspiel an: die Erfolgsproduktion „Im weißen Rössl – keine Operette, doch völlig aus der Fassung“ wurde in dem Wien aufgeführt, in dem die Oberkellner freundlich sind! Für zwei Vorstellungen wurde der Gastgarten der Gaststätte zum Weißen Rössel am Hauptplatz von Wiener Neustadt – der Allzeit Getreuen, zur Theaterbühne.

Wilhelm Prainsack (Piccolo, Professor, Sigismund Sülzheimer), Eva Reinold (Josepha), Elli Colditz (Resi, Ottilie, Französin, Klara Heinzelmännchen), Jörg Reifmesser (Leopold), Silke Staubmann (Regieassistentin) und Christian Strasser (Kracher, Dr. Siedler, Giesecke)

von links: Wilhelm Prainsack (Piccolo, Professor, Sigismund Sülzheimer), Eva Reinold (Josepha), Elli Colditz (Resi, Ottilie, Französin, Klara Heinzelmännchen), Jörg Reifmesser (Leopold), Silke Staubmann (Regieassistentin) und Christian Strasser (Kracher, Dr. Siedler, Giesecke)

Für die Wiederaufnahme musste nach einem Jahr Pause und Umbesetzungen natürlich erinnert und probiert werden. Das Kulturamt der Stadt Wiener Neustadt war so freundlich uns für die Proben die Bühne des altehrwürdigen Stadttheater zur Verfügung zu stellen. Detail am Rande: Bevor das Theater ein Tempel für theatrale Unterhaltung wurde, war es eine Kirche! Und für die besonders Wissbegierigen: es war eines der ersten Gebäude, die nach dem zweiten Weltkrieg in Neustadt wiederaufgebaut wurde!

Jörg und Eva beim Erinnern auf der Bühne im Stadttheater Wiener Neustadt

Jörg und Eva beim Erinnern auf der Bühne im Stadttheater Wiener Neustadt

Nach drei Tagen intensiver Probenarbeit stand auch schon die Open-Air Bühne für 230 Besucher samt Licht- & Tonanlage am Hauptplatz. Nach der Generalprobe schob unser Schweizer Lichttechniker eine Nachtschicht für das Programmieren des Lichtes ein, und schon war Premiere angesagt! Es wurde ein denkwürdiger Abend: während der SC Wiener Neustadt  Grödig auswärts 6:3 vom Platz putzt rockt der THEATER SOMMER KLAGENFURT Neustadt!

Bühne & Tribüne in Wiener Neustadt

Bühne & Tribüne in Wiener Neustadt

Die Vorstellungen haben natürlich anständig „gerösselt“ und es machte allen Beteiligten wirklich großen Spass. Das Publikum goutierte die Performance mit vielen Lachern, Szenenapplausen und stehenden Ovationen! So soll es sein!!!

Unser besonderer Dank gilt natürlich unserem gewohnt spielfreudigen Ensemble sowie dem gesamten Team hinter der Bühne, unserem großartigen Neustädter Publikum, der Stadt Wiener Neustadt für die Einladung und die Unterstützung, Mag. Michael Wilczek für tolle Organisation und natürlich dem „echten“ Personal des „echten“ Weißen Rössel in Neustadt!

Wir kommen sehr gerne wieder!!!

Anbei noch einige Eindrücke von den Vorstellungen, fotografiert und freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Wilczek!

Leopold lässt nicht locker! "Die Blumen hab ich selbst gepflückt, als ich den Wiener Neustädter Kanal entlang spaziert bin"

Leopold lässt nicht locker! „Die Blumen hab ich selbst gepflückt, als ich den Wiener Neustädter Kanal entlang spaziert bin“

"Ja wenn die Vogerln halt so herrlich zwitschern"

„Ja wenn die Vogerln halt so herrlich zwitschern“

"Ganz normalen Kaffe hamma net. Wir haben Melange, Verlängerter, Mocca, Espresso, kleiner Brauner, großer Brauner, Latte Macciato mit Milchschaum, ohne Milchschaum, mit Zucker oder Sacharin, oder ganz ohne, hellen, dunklen, mit Schlagobers oder einen einfachen Schwarzen, auch den in klein, mittel oder groß. Hier im Gastgarten aber auch auf Wunsch im Kännchen." Ottilie "Was würden Sie denn nehmen?" Leopold: "Ein Obi G´spritzt!"

„Ganz normalen Kaffe hamma net. Wir haben Melange, Verlängerter, Mocca, Espresso, kleiner Brauner, großer Brauner, Latte Macciato mit Milchschaum, ohne Milchschaum, mit Zucker oder Sacharin, oder ganz ohne, hellen, dunklen, mit Schlagobers oder einen einfachen Schwarzen, auch den in klein, mittel oder groß. Hier im Gastgarten aber auch auf Wunsch im Kännchen.“ Ottilie: „Was würden Sie denn nehmen?“ Leopold: „Ein Obi G´spritzt!“

Leopold: "Bittschen, der Herr hat gesagt, er ist ein Doktor!" Sigismund: "Wer, ich? Gut, na dann - mach ma was!"

Leopold: „Bittschen, der Herr hat gesagt, er ist ein Doktor!“ Sigismund: „Wer, ich? Gut, na dann – mach ma was!“

Ottilie: "Du musst ja nur die vorschriftsmässigen Worte sagen." Siedler: "Vorschrift? Welche Vorschfrift?" Ottilie: "Dass Du mich heiraten willst…"

Ottilie: „Du musst ja nur die vorschriftsmässigen Worte sagen.“ Siedler: „Vorschrift? Welche Vorschfrift?“ Ottilie: „Dass Du mich heiraten willst…“

"Scheiße, wer ist das????"

„Scheiße, wer ist das????“

Klara: "Ich sags in klaren Worten: ER GEHÖRT ZU MIR!" Josepha: "Sprich doch nicht in Schlagertitel!"

Klara: „Ich sags in klaren Worten: ER GEHÖRT ZU MIR!“ Josepha: „Sprich doch nicht in Schlagertitel!“

"Herr Leopold, sie sollten a bissl lustig sein!" Leopold: "Mir gehts halt nicht gut, und gehts an nicht gut, dann kann man nicht gut lustig sein." Piccolo: "Wissens was, was wir zwei jetzt machen? Haltzt werden wir uns gediegen einen runterplatteln, dann schaut die Welt schon wieder ganz anders aus!"

„Herr Leopold, sie sollten a bissl lustig sein!“ Leopold: „Mir gehts halt nicht gut, und gehts einem nicht gut, dann kann man nicht gut lustig sein.“ Piccolo: „Wissens was, was wir zwei jetzt machen? Jetzt werden wir uns gediegen einen runterplatteln, dann schaut die Welt schon wieder ganz anders aus!“

"Ick liebe Dir auch, und drum heirate ick Dich noch lang nicht!"

„Ick liebe Dir auch, und drum heirate ick Dich noch lang nicht!“

"Du hast viele Frauen. Ich habe viele Männer - und Frauen. Wir sein ein Team Fantastic!" Sigismund: "Na dann, sollten wir keine Zeit verlieren!"

„Du hast viele Frauen. Ich habe viele Männer und Frauen. Wir sein ein Team Fantastic!“ Sigismund: „Na dann, sollten wir keine Zeit verlieren!“

Ottilie: "Er ist tot. Wie romantisch!"

Ottilie: „Er ist tot. Wie romantisch!“

Stehende Ovationen & Applaus, Applaus, Applaus!!!

Stehende Ovationen & Applaus, Applaus, Applaus!!!

All diese positiven Eindrücke und Erfahrungen nehmen wir jetzt mit in die Planungen für unser großes Fünf-Jahres THEATER SOMMER KLAGENFURT Jubiläum. Soviel steht fest: wir streben wieder das Prädikat SAUGEIL an!

Alles Liebe & bis bald,

Wilhelm & Robert

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Apfeltalk – Welturaufführung, Diskussionen & Probenprozesse

Theaterleut ́ sind schon ein eigenes Volk. Jaja, mir ist schon klar: Tiroler sind auch ein eigenes Volk. Oder Indianer: aber die reden halt nicht sooo viel! Da genügt ein einfaches „Howgh“, dann wird an der Pfeife gepofelt und gut ist. Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen: warum zum Teufel machen das die Theaterleut ́ nicht auch so, warum wird geredet, geschaut, geredt geschaut und dann wieder ein bisschen gestammelt? Und da muss ich Dir sagen: keine Ahnung. Am Rauchen wird ́s wohl nicht liegen – gequalmt wird genug. Dann schon eher am „Hau“. Aber das ist wahrscheinlich erst dann cool, wenn man quasi Pierre Price ist, oder von mir aus Waterloo.

Auf jeden Fall freue ich mich, dass die Theaterleute wieder hier in meinem Innenhof sind und mir als Apfelskulptur den Alltag versüßen! Denen beim Probieren zuzuschauen ist echt witzig. Und wenn die mit den Proben fertig sind, wird so emsig weitergehackelt, dass sogar die Ameisen ihre Freude beim Zuschauen hätten. Geputzt, diskutiert, geschaut, diskutiert, herumgeschoben, diskutiert, telefoniert und dann wird die ganze Nacht mit dem Licht solange herumprobiert bis mir die Sonne wieder auf meinen schön geschliffenen Korpus scheint – und schon geht es wieder mit den Proben weiter…

Und weisst was: heute Abend ist Premiere. Da sind die aber sowas von nervös und so ruhig, dass ich fast Angst um sie kriege. Bei der ausverkauften Vorstellung werden sie dann wieder aufdrehen und spielen, als wenn es kein morgen gäbe! Dann wird es wieder ein bissl ruhig hier im Innenhof – zumindest tagsüber. Das macht mich etwas traurig. Damit du einen Eindruck davon bekommst, wie köstlich ich mich den ganzen Tag hier unterhalte, ein Beweisvideo (Bin gespannt, ob Du auch mich auf dem Video findest):

Aber dass so viel diskutiert wird bei den Theaterleuten geht mir halt auch nicht in die Birne… Aber mein Gott: durchs Reden kommen die Leut zammen heisst es ja so schön. Und auf einmal geht´s schwuppdiwupp und das Stück steht so tip top da, dass ich mich frage: wären all die Diskussionen echt notwendig gewesen? Die Theaterleut ́ meinen, dass ja. Aber bitte – ich, musst du wissen, bin da ja mehr so der große Schweiger…

Ich bleib da lieber bei Winnetou: Howgh & Friede

Herzlichst,

Dein Kunstapfel

P.S.: Vielleicht kommst du mich die nächsten Tage mal besuchen – schön wäre das, wenn wir uns auch mal kennen lernen! Bei der Gelegenheit stelle ich dir diese Theaterleute gerne vor – oder erzähle dir hinter vorgehaltener Hand mehr, hehe 😉

Ein Kommentar

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Premierenfieber – Im Weißen Rössl am Wörthersee, THEATER SOMMER KLAGENFURT

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute beschreiten wir mit der Wiederaufnahmepremiere von „Im Weißen Rössl am Wörthersee – keine Operette, doch völlig aus der Fassung“ einen Meilenstein im diesjährigen THEATER SOMMER KLAGENFURT. Eva und Jörg haben sich prächtig in unser Stück integriert, haben Josepha bzw. Leopold neues Leben eingehaucht und diese Figuren weiterentwickelt. Wir freuen uns wahnsinnig auf unser Publikum und die Vorstellungen – heute Abend werden wir vor Lampenfieber hochkonzentriert sein! Wie locker wir uns dann in wenigen Tagen auf die Abende vorbereiten, beweist dieses Video aus dem letzten Jahr, aufgenommen vor einer der letzten Vorstellungen:

Die nächste Woche bedeutet für uns noch sehr viel Arbeit und ein durchdachtes Zeitmanagement: abends spielen wir des „Rössl“ ersten Teil, im Anschluss an die Vorstellungen um etwa 23:15 wird wie an den Vormittagen für den zweiten Teil probiert. „Im Weißen Rössl am Wörthersee – das verflixte zehnte Jahr“ feiert am 28. Juni seine Welturaufführung. Bis dahin stehen noch einige Probeeinheiten und Nachtschichten auf dem Plan. Und morgen in einer Woche – bei der großen Premiere – wird das Lampenfieber uns wieder zu Höchstleistungen peitschen!

Damit wir uns jetzt nur noch auf die Proben konzentrieren können, haben wir schon anständig die Werbetrommel gerührt und in Klagenfurt von uns reden lassen:

Ich wünsche uns und allen anderen Freiluftveranstaltern Wetterglück und putze meine Teller leer, damit ein wunderschöner THEATER SOMMER KLAGENFURT garantiert ist!

Alles Liebe & bis bald,

Wilhelm Prainsack

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Mit hochgekrempelten Ärmeln! Die Organisation des THEATER SOMMER KLAGENFURT, Klagenfurt am Wörthersee, Kärnten

Werte Leser,

mein Name ist Wilhelm Prainsack und gemeinsam mit Robert Saringer bin ich für die Organisation des THEATER SOMMER KLAGENFURT verantwortlich. Dies ist der erste Blog meines Lebens und ich nehme mir der Einfachheit halber heraus, Sie auf diesem Blog zu duzen!

Also: Hallo!

Vielleicht hast Du schon einmal im Innenhof des Stadthaus Klagenfurt eine Vorstellung des THEATER SOMMER KLAGENFURT erlebt. Für die Akteure und uns Organisatoren ist es natürlich wichtig, dass alles wie geschmiert läuft und auch das Publikum eine Leichtigkeit überkommt. Dass hinter dieser Leichtigkeit ein Haufen Arbeit steckt, kannst Du Dir bestimmt vorstellen. Da geht es, um nicht zu sehr ins Detail zu gehen, zuerst mal darum, ein Stück auszuwählen mit dem sich der THEATER SOMMER KLAGENFURT präsentiert – welches Dich und viele andere glücklich machen soll!

Wir sind dankbar, durch die Stadt Klagenfurt und das Land Kärnten unterstützt zu werden und betrachten diese öffentlichen Förderungen keineswegs als selbstverständlich – vielmehr als Basis, nach weiteren Mitteln zu suchen und als Auftrag, verantwortungsbewusst aussergewöhnlich gute Arbeit abzuliefern! Wenn finanzielle Ressourcen knapp sind, gilt es, die Ärmel hochzukrempeln und zu versuchen, aus den zur Verfügung stehenden Mitteln ein Optimum herauszuholen – das macht kreativ! Aus einer gewissen Not heraus sind schon großartige Dinge entstanden. So auch bei uns: Seit Beginn an arbeiten wir mit einem kleinen Ensemble, welches viele Rollen übernimmt. Für die Darsteller bedeutet das zwar schweisstreibende Arbeit, dafür jedoch die dankbare Herausforderung, sich von vielen Seiten zu präsentieren und das ganze Können auszuspielen! Uns macht das unglaublichen Spass und dieser überträgt sich auch auf unser Publikum. Stichwort: Authentizität!

Natürlich soll dieses Theaterstück unsere Handschrift tragen und zu etwas ganz Besonderem werden. Dafür wird es in einem langen Prozess be- und überarbeitet, zerpflückt, mit anderen Stücken vermengt, danach wieder zusammengesetzt um dann den Prozess noch einige Male von vorne zu beginnen. Schliesslich wollen wir dir die Geschichte aufregend erzählen, dich etwas fordern und vor allem: dich überraschen! Heraus kommt im Idealfall etwas Großartiges. Dass man das ganze proben muss, ist klar. Und dafür muss man Geld aufstellen, weil ausschliesslich durch Einnahmen durch den Kartenverkauf lässt sich kaum ein Kunstprojekt  finanzieren. Wie sagt man so schön? Ohne Geld keine Musik. Und ohne Musik kein THEATER SOMMER KLAGENFURT!

Na dann: Konzept ausarbeiten, Ziele definieren, Indikatoren festlegen, ein Team zusammenstellen dem man Vertrauen entgegen bringt, Kompetenzen zuordnen, eine genaue Kostenrechnung durchführen, einen Finanz-, Marketing- und Zeitplan erstellen und dann das Ganze zu Papier bringen. Das an sich ist zwar wahnsinnig interessant, aber auch sehr zeitaufwendig und erfordert profunde Branchenkenntnisse! So mancher unter Euch wird wissen, dass bereits in dieser Phase viele ambitionierte Projekte zu Grabe getragen werden… Dann gilt es um Subventionen anzusuchen, persönliche Gespräche zu führen. Für mögliche Sponsoren werden individuelle Konzepte gestaltet, Kontakt hergestellt und das persönliche Gespräch gesucht!

Und dann hat man immer noch kein Geld – im Gegenteil, es steckt schon drinnen: Grafikerkosten (ein gutes Konzept verlangt nach einer attraktiven Verpackung), Druckkosten, Portogebühren, Kilometer etc. Das ganze spielt sich in unserem Fall zwischen September und November ab und wird sich noch bis in den April reinziehen. So nebenbei machen wir den Geschäftsabschluss der vergangenen Spielzeit, legen den öffentlichen Stellen den Finanzabschluss vor, rühren schon etwas die Werbetrommel für das kommende Spieljahr, betreuen & adaptieren die Homepage, telefonieren, treffen Menschen, schreiben Mails, telefonieren, treffen noch mehr Menschen und so weiter und so fort. Immer noch mit dem Risiko im Hinterkopf, dass wir an der Finanzierung scheitern könnten. Was dann wiederum Konsequenzen mit sich ziehen würde: Zu diesem Zeitpunkt hängt bereits ein Rattenschwanz an Ausgaben an uns. Der Grafiker, der ja nicht umsonst arbeiten will (und so soll es sein), ein Autor, der schon begonnen hat ein Stück zu bearbeiten, Schauspieler, die mindestens ein halbes Jahr vorher engagiert werden müssen und sich die Zeit freihalten und letztendlich auch die Reputation (weniger die privat erbrachten finanziellen Vorleistungen oder der immense zeitliche Aufwand) der Organisatoren. Es kommen einige Rückschläge, aber auch überaus positive und sehr erbauliche, beflügelnde Nachrichten!

Wir stecken mitten in diesem Vorbereitungsprozess. Die letzten Jahre haben wir etwas Lehrgeld gezahlt und glücklicherweise viel daraus gelernt (ein gutes Investment;)! So sind wir heuer im Planen schon in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Und wenn es dann soweit ist und Du in einer unserer Vorstellungen sitzt, wirst Du von all dieser Arbeit nichts mitbekommen. Und so soll es sein. Du willst einen unvergesslichen Theaterabend erleben! Daran arbeiten wir.

Alles Liebe & bis bald

Wilhelm Prainsack

THEATER SOMMER KLAGENFURT

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Norbert Holoubek über die Herausforderung „Im weißen Rössl am Wörthersee – das verflixte zehnte Jahr“ -THEATER SOMMER KLAGENFURT – Klagenfurt am Wörthersee

Hmmm, einen zweiten Teil für „ Das Weisse Rössl am Wörthersee“ zu schreiben ist eine besondere Herausforderung, birgt viele Gefahren und hat einige Vorraussetzungen, die ein „normales“ Theaterstück nicht hat. Es darf so viel NICHT und MUSS so viel sein:

  • Es darf keine Kopie vom Rössl I sein.
  • Es darf keine abhängige Fortsetzung werden, sondern eben eine unabhängige.
  • Es darf nicht weniger lustig als der erste Teil sein.
  • Es muss so geschrieben werden, dass es logistisch möglich ist, fünf Schauspieler alle 12 Rollen spielen zu lassen.
  • Es muss todkomisch, niemals platt und doch anspruchsvoll sein.
  • Es muss alle Schauspieler fordern und glücklich machen.
  • Es muss das Publikum fordern und glücklich machen.
  • Es muss mich glücklich machen.

Hui… Hilfe! Und jetzt?

Bei mir ist es so, dass ich länger mit einer Idee „schwanger laufe“. Ich habe eine erste Idee, setze sie in irgendeiner Gehirnwindung aus und lasse sie unterbewusst so vor sich hinarbeiten. Aus verschiedensten Seiten versuche ich mir Inspirationen zu holen: aus Filmen und Theaterstücken, aus dem Alltag, aus Träumen. Viel Woody Allen habe ich gesehen, gefällt mir gut, doch will sich sein Stil einfach nicht in meine Rössl II Vorstellungen reinbiegen lassen. Viele Komödien habe ich gelesen. Erst auf der Suche, nach Stücken deren Handlung man verweben könnte. (Wie vor zwei Jahren beim „Geizigen“, oder letztes Jahr die Mischung mit „Bunbury“ von Oscar Wilde). Aber irgendwie gefällt mir nichts gut genug. Dann muss es wohl etwas ganz eigenes werden! Immerhin werden die Ideen immer mehr und das Samenkorn in meiner Gehirnwindung wird größer – ein kleines Pflänzchen spriesst und wackelt schon ganz schön herum in meinem Kopf.

Bald weiss ich vor allem eins: Teil II wird keine unmittelbare Fortsetzung werden, es soll zehn Jahre später spielen. Warum? Weil sich Menschen verändern. Bewusst, öfter unbewusst und dies ist ein Thema, das ich immer spannend finde. Also: wie entwickeln sich die Figuren weiter, wie geht es ihnen, zehn Jahre nach dem Happy End? Sind sie überhaupt noch glücklich? Kämpfen sie für ihr Glück? Suchen sie das Glück? Oder überlegen sie schon, wie sie ihren Partner unauffällig wieder loswerden können… Das sind Themen, die mich reizen.

Also: Einfach anfangen.

Irgendwann sitze ich endlich vorm PC. Und zum Glück fällt es mir leicht einfach mal loszuschreiben. Die Angst vor dem weißen Blatt Papier oder den leeren Bildschirm – die kenne ich nicht. Zum Glück! Ich kenne Autoren, die können unchronologisch schreiben. Das kann ich gar nicht. Ich muss vorne anfangen und logisch darauf aufbauen. Die ersten Szenen sind die schwierigsten. Denn alles was da entschieden wird, hat Folgen für das restliche Stück. Zwölf Figuren einzuleiten und dem Publikum vorzustellen, ist nicht so einfach. Und die Frage ist: welche Figuren? Bald trenne ich mich von einigen lieb gewonnenen Charakteren aus dem ersten Teil und freue mich wie ein guter Onkel mit den Figuren, die „überleben“, und von denen ich noch mehr erfahren darf . Das ist toll!!! Auch neue Charaktere auf das „alte“ Personal loszulassen macht wirklich Spaß. Und immer mehr verliebe ich mich in „meine“ Figuren, die doch nie meine sind, sondern die ich zu beobachten scheine und die ich oft vor schwierige Herausforderung stelle. Absichtlich. Interessant werden die Figuren so richtig, wenn sie eigentlich keinen Ausweg mehr sehen und dann kreativ werden: Sie beginnen zu kämpfen, sie werden richtig komisch, und ich leide mit ihnen mit… Denn leicht mache ich es ihnen nicht – zehn Jahre später! Und einen Mörder hetze ich ihnen auch noch auf den Hals.

Endlich ist der erste Guss ist fertig. Oft noch mal drüber lesen… Oft noch mal nachkontrollieren… Das Stück wird oft umgeschrieben und wie ein heller Kristall von allen Seiten beleuchtet und geschliffen. Schließlich kann ich es erst den Produzenten präsentieren, wenn es auch wirklich „mein“ Baby ist, das ich verstehen und verteidigen kann.

Und da liegt es jetzt. Ausgedruckt auf meinem Schreibtisch. Das ausgedruckte „Rössl II“-Werk. Bereit für seine ersten Gehversuche.

Einsame Stunden liegen hinter mir, jetzt kommt der Geist der anderen dazu. Der nächste Prozess.

Gemeinsam mit den beiden Produzenten suchen wir einen geeigneten Namen. Ein echt schwieriges Unterfangen, schliesslich schicke ich mein Kind mit diesem Namen in die Welt hinaus, und da soll es neugierig machen, begeistern, gefallen und glücklich machen!

Mich hat es schon mal glücklich gemacht. Also habe ich immerhin schon einem Punkt entsprochen.

„Im weißen Rössl am Wörthersee – das verflixte zehnte Jahr“ – Ich freu mich drauf!!!

Norbert Holoubek

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