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Klagenfurt bringt Neustadt völlig aus der Fassung

Nach Gastspielen der Kinderproduktionen des THEATER SOMMER KLAGENFURT in Stockerau stand Ende August das erste „große“ Auswärtsspiel an: die Erfolgsproduktion „Im weißen Rössl – keine Operette, doch völlig aus der Fassung“ wurde in dem Wien aufgeführt, in dem die Oberkellner freundlich sind! Für zwei Vorstellungen wurde der Gastgarten der Gaststätte zum Weißen Rössel am Hauptplatz von Wiener Neustadt – der Allzeit Getreuen, zur Theaterbühne.

Wilhelm Prainsack (Piccolo, Professor, Sigismund Sülzheimer), Eva Reinold (Josepha), Elli Colditz (Resi, Ottilie, Französin, Klara Heinzelmännchen), Jörg Reifmesser (Leopold), Silke Staubmann (Regieassistentin) und Christian Strasser (Kracher, Dr. Siedler, Giesecke)

von links: Wilhelm Prainsack (Piccolo, Professor, Sigismund Sülzheimer), Eva Reinold (Josepha), Elli Colditz (Resi, Ottilie, Französin, Klara Heinzelmännchen), Jörg Reifmesser (Leopold), Silke Staubmann (Regieassistentin) und Christian Strasser (Kracher, Dr. Siedler, Giesecke)

Für die Wiederaufnahme musste nach einem Jahr Pause und Umbesetzungen natürlich erinnert und probiert werden. Das Kulturamt der Stadt Wiener Neustadt war so freundlich uns für die Proben die Bühne des altehrwürdigen Stadttheater zur Verfügung zu stellen. Detail am Rande: Bevor das Theater ein Tempel für theatrale Unterhaltung wurde, war es eine Kirche! Und für die besonders Wissbegierigen: es war eines der ersten Gebäude, die nach dem zweiten Weltkrieg in Neustadt wiederaufgebaut wurde!

Jörg und Eva beim Erinnern auf der Bühne im Stadttheater Wiener Neustadt

Jörg und Eva beim Erinnern auf der Bühne im Stadttheater Wiener Neustadt

Nach drei Tagen intensiver Probenarbeit stand auch schon die Open-Air Bühne für 230 Besucher samt Licht- & Tonanlage am Hauptplatz. Nach der Generalprobe schob unser Schweizer Lichttechniker eine Nachtschicht für das Programmieren des Lichtes ein, und schon war Premiere angesagt! Es wurde ein denkwürdiger Abend: während der SC Wiener Neustadt  Grödig auswärts 6:3 vom Platz putzt rockt der THEATER SOMMER KLAGENFURT Neustadt!

Bühne & Tribüne in Wiener Neustadt

Bühne & Tribüne in Wiener Neustadt

Die Vorstellungen haben natürlich anständig „gerösselt“ und es machte allen Beteiligten wirklich großen Spass. Das Publikum goutierte die Performance mit vielen Lachern, Szenenapplausen und stehenden Ovationen! So soll es sein!!!

Unser besonderer Dank gilt natürlich unserem gewohnt spielfreudigen Ensemble sowie dem gesamten Team hinter der Bühne, unserem großartigen Neustädter Publikum, der Stadt Wiener Neustadt für die Einladung und die Unterstützung, Mag. Michael Wilczek für tolle Organisation und natürlich dem „echten“ Personal des „echten“ Weißen Rössel in Neustadt!

Wir kommen sehr gerne wieder!!!

Anbei noch einige Eindrücke von den Vorstellungen, fotografiert und freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Wilczek!

Leopold lässt nicht locker! "Die Blumen hab ich selbst gepflückt, als ich den Wiener Neustädter Kanal entlang spaziert bin"

Leopold lässt nicht locker! „Die Blumen hab ich selbst gepflückt, als ich den Wiener Neustädter Kanal entlang spaziert bin“

"Ja wenn die Vogerln halt so herrlich zwitschern"

„Ja wenn die Vogerln halt so herrlich zwitschern“

"Ganz normalen Kaffe hamma net. Wir haben Melange, Verlängerter, Mocca, Espresso, kleiner Brauner, großer Brauner, Latte Macciato mit Milchschaum, ohne Milchschaum, mit Zucker oder Sacharin, oder ganz ohne, hellen, dunklen, mit Schlagobers oder einen einfachen Schwarzen, auch den in klein, mittel oder groß. Hier im Gastgarten aber auch auf Wunsch im Kännchen." Ottilie "Was würden Sie denn nehmen?" Leopold: "Ein Obi G´spritzt!"

„Ganz normalen Kaffe hamma net. Wir haben Melange, Verlängerter, Mocca, Espresso, kleiner Brauner, großer Brauner, Latte Macciato mit Milchschaum, ohne Milchschaum, mit Zucker oder Sacharin, oder ganz ohne, hellen, dunklen, mit Schlagobers oder einen einfachen Schwarzen, auch den in klein, mittel oder groß. Hier im Gastgarten aber auch auf Wunsch im Kännchen.“ Ottilie: „Was würden Sie denn nehmen?“ Leopold: „Ein Obi G´spritzt!“

Leopold: "Bittschen, der Herr hat gesagt, er ist ein Doktor!" Sigismund: "Wer, ich? Gut, na dann - mach ma was!"

Leopold: „Bittschen, der Herr hat gesagt, er ist ein Doktor!“ Sigismund: „Wer, ich? Gut, na dann – mach ma was!“

Ottilie: "Du musst ja nur die vorschriftsmässigen Worte sagen." Siedler: "Vorschrift? Welche Vorschfrift?" Ottilie: "Dass Du mich heiraten willst…"

Ottilie: „Du musst ja nur die vorschriftsmässigen Worte sagen.“ Siedler: „Vorschrift? Welche Vorschfrift?“ Ottilie: „Dass Du mich heiraten willst…“

"Scheiße, wer ist das????"

„Scheiße, wer ist das????“

Klara: "Ich sags in klaren Worten: ER GEHÖRT ZU MIR!" Josepha: "Sprich doch nicht in Schlagertitel!"

Klara: „Ich sags in klaren Worten: ER GEHÖRT ZU MIR!“ Josepha: „Sprich doch nicht in Schlagertitel!“

"Herr Leopold, sie sollten a bissl lustig sein!" Leopold: "Mir gehts halt nicht gut, und gehts an nicht gut, dann kann man nicht gut lustig sein." Piccolo: "Wissens was, was wir zwei jetzt machen? Haltzt werden wir uns gediegen einen runterplatteln, dann schaut die Welt schon wieder ganz anders aus!"

„Herr Leopold, sie sollten a bissl lustig sein!“ Leopold: „Mir gehts halt nicht gut, und gehts einem nicht gut, dann kann man nicht gut lustig sein.“ Piccolo: „Wissens was, was wir zwei jetzt machen? Jetzt werden wir uns gediegen einen runterplatteln, dann schaut die Welt schon wieder ganz anders aus!“

"Ick liebe Dir auch, und drum heirate ick Dich noch lang nicht!"

„Ick liebe Dir auch, und drum heirate ick Dich noch lang nicht!“

"Du hast viele Frauen. Ich habe viele Männer - und Frauen. Wir sein ein Team Fantastic!" Sigismund: "Na dann, sollten wir keine Zeit verlieren!"

„Du hast viele Frauen. Ich habe viele Männer und Frauen. Wir sein ein Team Fantastic!“ Sigismund: „Na dann, sollten wir keine Zeit verlieren!“

Ottilie: "Er ist tot. Wie romantisch!"

Ottilie: „Er ist tot. Wie romantisch!“

Stehende Ovationen & Applaus, Applaus, Applaus!!!

Stehende Ovationen & Applaus, Applaus, Applaus!!!

All diese positiven Eindrücke und Erfahrungen nehmen wir jetzt mit in die Planungen für unser großes Fünf-Jahres THEATER SOMMER KLAGENFURT Jubiläum. Soviel steht fest: wir streben wieder das Prädikat SAUGEIL an!

Alles Liebe & bis bald,

Wilhelm & Robert

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Don’t look back in anger…

Und schon wieder ist ein Sommer vorüber. Obwohl – noch nicht ganz: so richtig heiß wird es nochmal am 30. und 31. August 2013 am Hauptplatz in Wiener Neustadt! Wir wurden eingeladen mit unserer Erfolgsproduktion von 2011 unter dem Titel „Im Weißen Rössl – Allzeit Getreu“ die ehemalige Kaiserresidenzstadt völlig aus der Fassung zu bringen!

Doch zuerst zu den brennenden Fragen der Gegenwart

„KANNIBALE & DIEBE – Eine bissige Sommerkomödie“ war eine Produktion die Klagenfurt polarisierte und kontroverse Publikumsreaktionen hervorgerufen hat. Für viele Besucher war es die beste all unserer bisherigen Produktionen, für andere war das Stück  unverständlich bzw. zu nah am schwarzen Humor angelehnt. Natürlich verstehen wir, dass viele Besucher, die schon öfters in unseren Produktionen waren, sich wieder etliche Doppelrollen und Gesangseinlagen erwarten haben. Diese Aussicht haben wir heuer nicht erfüllt…

Aufbauarbeiten und Proben für „KANNIBALE & DIEBE“

Ich muss auch ganz offen sagen, dass „KANNIBALE & DIEBE“ anders auf die Bühne hätte kommen sollen, als wir es in der finalen Fassung gezeigt haben. Wenn man wie wir in einem Team an künstlerischen Prozessen arbeitet, muss man den Kollegen natürlich Respekt und Vertrauen entgegenbringen. Respekt für das Handwerk und Vertrauen dahingehend, dass die gemeinsam festgesetzten Ziele auch von allen Beteiligten angesteuert werden. Wir mussten leider sehr spät erkennen, dass nicht alle in die selbe – vorab gemeinsam abgesprochene – Richtung arbeiteten. Das zog die logische Konsequenz mit sich, dass wir uns kurz vor der Premiere von dem Regisseur und der Dramaturgin trennen mussten (was durchaus in den besten Theatern oder auch Unternehmen vorkommen mag).

Unser besonderer Dank gilt darum der Regisseurin Angelika Mautz, die gemeinsam mit unserem großartigen Ensemble binnen drei Tagen das Stück so umgekrempelt hat, dass wir wieder „back in the game“ waren. Und wie!!! Herausgekommen ist eine wunderbar bissige Komödie basierend auf dem vortrefflichen Einakter „Häuptling Abendwind“ von Nestroy, angereichert mit Texten von Isabella Feimer und naturgemäss mit viel Input unseres Schauspielensembles! Neu für unser Publikum war der klassische Text, der natürlich gesellschaftlich unangenehme Fragen aufwirft – gewohnt hingegen der Lokalkolorit der Inszenierung, hohes schauspielerische Tempo sowie die heuer besonders große Rolle, die unser Publikum allabendlich einnehmen musste.

5 Jahre THEATER SOMMER KLAGENFURT

Es bleiben viele schöne Erinnerungen, der Stolz auf die gemeinsam mit dem gesamten Team vollbrachte Arbeit sowie das schöne Feedback vieler Besucher, etliche neue Erfahrungen und die Freude an der Arbeit. Und natürlich der Drang, all diese Erfahrungen in ein richtig geiles „5 Jahre THEATER SOMMER KLAGENFURT“-Jubiläum im kommenden Sommer einfliessen zu lassen.

Anzusprechen wäre auch heuer wieder der Wetteraspekt: schön ist, dass es von 24 Vorstellungen nur eine (so richtig) verregnet hat. Ein bisserl „feucht“ war es ein paar Mal öfters. Weniger schön war, dass es einige Male massiv nach einem Gewitter ausgesehen hat, das uns letztendlich doch verschont – jedoch einige theaterwillige Menschen von einem Besuch kurzfristig abgehalten hat. Gar nicht schön waren die Temperaturen in der letzten Juniwoche, in der es abends meist zwischen elf und maximal dreizehn Grad hatte – was dennoch etliche Menschen nicht davon abhalten konnte, sich einen pfiffigen Abend bei uns zu machen. Natürlich haben wir uns sehr um unser frierendes Publikum gekümmert und auf gut weihnachtlich heißen Punsch ausgeschenkt sowie Decken verteilt!

Stolz sind wir auch auf zahlreiche Kooperationen, den einmal mehr sehr erfolgreichen und beliebten „Bittwoch“ sowie unsere geglückte Crowdfundig-Campagne, der wir demnächst einen eigenen Blog widmen werden um unsere Erfahrungen mit Neugierigen zu teilen.

Mir bleibt nur übrig Ihnen, verehrte Leserschaft, einen wunderschönen, entspannenden Restsommer zu wünschen und ich hoffe, dass wir uns auch nächsten Sommer (oder noch heuer in Wiener Neustadt) wieder sehen werden!

Alles Liebe,

Wilhelm Prainsack

PS: Unsere Freunde vom  JUNGEN THEATER KLAGENFURT  bespielen mit „Nur für 3 Tage“ unter der Regie von Angie Mautz bis 17. August die THEATER HALLE 11 in Klagenfurt.

Wilhelm Prainsack

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„KANNIBALE & DIEBE“ goes Klagenfurt

Liebe Leute,

ein Theaterstück erzählt Geschichten. Wir haben uns immer bemüht, diese Geschichten etwas anders zu erzählen – ja regelrecht aus der Fassung zu bringen: was den Text betrifft als auch inszenatorisch…

Heuer wird tatsächlich wieder alles ganz anders werden und verantwortlich dafür sind eine Reihe von Leuten, die seit Wochen bzw. Monaten hart an „KANNIBALE & DIEBE“ arbeiten. Zeit für mich, euch unser Team näher vorzustellen und einen Status-Quo Bericht zu geben:

Neue und auch bekannte Gesichter

Neben einigen neuen Mitarbeitern werdet ihr heuer auch einige bekannte, verdiente sowie THEATER SOMMER KLAGENFURT erprobte Gesichter sehen: bestimmt in Erinnerung ist unser „Rössl“-Paar vom Vorjahr: Eva Reinold und Jörg Reifmesser. Für Eva wird es der zweite, für Jörg der dritte Sommer in Klagenfurt sein –  wobei zu erwähnen ist, dass Jörg das Kunststück geschafft hat, ein Jahr auszusetzen und dennoch in jeder Produktion des THEATER SOMMER KLAGENFURT mitgewirkt zu haben. Das Schauspiel-Ensemble komplettieren neben meiner Wenigkeit Mirko Roggenbock und Christina Laas die beide das erste Mal in Kärnten auf einer Bühne stehen werden. Mirko, mittlerweile wohnhaftig in Wien, wurde in Itzehoe (Schleswig-Holstein) geboren und ist heuer somit unser „exotischstes“ Teammitglied. Christina hingegen ist gebürtige Kärntnerin und wird das erste Mal beim THEATER SOMMER KLAGENFURT in ihrem Geburtsland auf der Bühne zu bewundern sein.

Eva Reinold

Eva Reinold

Jörg Reifmesser

Jörg Reifmesser

Mirko Roggenbock

Mirko Roggenbock

Christina Laas

Christina Laas

Ohne unseren „Schweizer“ Martin Kreienbühl geht bei uns seit 2010 gar nix – nicht mal das Licht an. Ebenfalls wieder an Bord sind unser Grafiker Simon Jappel, Maskenbildnerin Betty Reifmesser und Silke Staubmann (Regieassistenz, Abendregie). Christina Maria Tischler ist auch heuer wieder unsere Empfangschefin und während des Jahres unsere „ständige Vertretung in Klagenfurt“. Dabei unterstützt sie Robert Saringer und mich in der Organisation und Projektdurchführung.

Tanja Grossauer-Ristl (Dramaturgie) und Isabella Feimer (Buch) bereichern heuer zum ersten Mal unser Team. Weiterführende Informationen über alle Personen hinter dem THEATER SOMMER KLAGENFURT findet ihr auf unserer Homepage.

Ebenfalls ein Novum bedeutet die Kooperation mit der Modeschule Klagenfurt, kurz WI’MO. Julia Kuschar und Claudia Pötzsch schneidern für unsere Häuptlinge Uniformen – wie in diesem Blog beschrieben – finanziert über Crowdfunding. Besonders erfreulich ist, dass der THEATER SOMMER KLAGENFURT das erste Kärntner Projekt darstellt, das via startnext – der größten Crowdfunding Plattform im deutschsprachigen Raum – erfolgreich finanziert wurde! Unsere Erfahrungen mit Crowdfunding werden wir an dieser Stelle demnächst teilen.

Probenarbeiten

Nach knapp vier Wochen Proben in Wien (auch ein herzliches Dankeschön an Die Töchter der Kunst, deren Lokalität wir als Probebühne nutzen durften), beginnen wir heute mit den Aufbauarbeiten und Proben im Innenhof des Stadthaus Klagenfurt. Es werden sehr aufregende, intensive Tage, bis wir uns bei der öffentlichen Generalprobe am 19. Juli in Betriebstemperatur für die Premiere bringen werden!

Während ich momentan fast ausschließlich mit Probenarbeiten beschäftigt bin, gibt Robert der Organisation den letzten Feinschliff: er betreut Partner und Medien, erstellt das Programmheft, plakatiert, verwaltet die Reservierungen (an dieser Stelle: er ist die freundliche Stimme an der Karten-Hotline) und rührt fleissig die Werbetrommel!

Über die kommenden Tage gibt es bestimmt sehr bald mehr zu berichten!

Alles Liebe und hoffentlich bis bald im Innenhof vom Stadthaus Klagenfurt,

Wilhelm Prainsack

Wilhelm Prainsack

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Crowdfunding – Werdet Teil von „KANNIBALE & DIEBE“

Wer von Euch hat schon jemals etwas von Schwarmfinanzierung gehört? Ähm, ja. Versuchen wir es so: Crowdfunding? Ah richtig, Crowdfunding. Hat man schon mal gelesen. Doch was ist Crowdfunding tatsächlich? Was kann es ermöglichen?

Menschen wie ihr und wir können sich an (Kultur)Projekten verschiedenster Natur beteiligen bzw. diese vorfinanzieren. So wurden schon ganze Filme, Theaterproduktionen, Lokale oder auch Firmen finanziert. Als Gegenleistungen lassen sich die Produzenten Leistungen einfallen, die am normalen Markt nicht zu erstehen sind.

THEATER SOMMER KLAGENFURT goes Crowdfunding

Claudia Pötzsch und Julia Kuschar sind zwei engagierte Schülerinnen der „WIMO“ , also der Höheren Lehranstalt für Wirtschaft und Mode in Klagenfurt und werden als ihr Maturaprojekt die Kostüme für die beiden Häuptlinge der Theaterproduktion „KANNIBALE & DIEBE – Eine bissige Sommerkomödie“ entwerfen und nähen.

Bislang mussten wir ob des ohnehin angespannten Budgets bei den Kostümen immer sparen. Einerseits kamen uns da Stücke wie „Der Geizige“ sehr entgegen für das alle Kostüme bei der Caritas angekauft wurden, andererseits stiftete uns das Kärntner Modelabel „Pleamle“ im Rahmen einer Werbekooperation pro Produktion Outfits für jeweils zwei Darsteller („Im Weißen Rössl am Wörthersee„). Da wir uns für „KANNIBALE & DIEBE“ etwas ganz Besonderes überlegt haben, werden wir heuer wohl kaum bei der Caritas oder „Pleamle“ fündig werden…

Kooperation mit WI’MO Klagenfurt

Dipl.-Päd. Edith Posch, Claudia Pötzsch, Wilhelm Prainsack, Christina Tischler, Julia Kuschar

Dipl.-Päd. Edith Posch, Claudia Pötzsch, Wilhelm Prainsack, Christina Tischler, Julia Kuschar

Die Kooperation mit der „WIMO“ bietet sich perfekt an und ist für alle beteiligten ein Gewinn. Zum einen können sich Claudia und Julia mit ihren Kostümen vor einem großen Publikum präsentieren und finden mediale Aufmerksamkeit für Ihre Arbeit, andererseits bedeutet es für den THEATER SOMMER KLAGENFURT erstmals maßgeschneiderte Outfits, die zudem relativ kostengünstig hergestellt werden könnten. Allerdings wollen wir Claudia und Julia auch finanziell für Ihre Arbeit danken – und so kommt die Crowdfunding-Plattform Startnext ins Spiel.

Exklusive Dankespakete für euch!!!

Ihr, werte Leser und Freunde des THEATER SOMMER KLAGENFURT könnt euch direkt an dieser Kooperation beteiligen, die Herstellung der Kostüme mitfinanzieren, die Jungdesignerinnen unterstützen und bekommt dafür besondere und exklusive Goodies, die man ausschliesslich über Startnext erwerben kann! Beipielsweise bekommt man

  • für 5 Euro ein lustiges Dankesvideo vom gesamten Ensemble,
  • für 15 Euro steht euer Name im Programmheft,
  • für 29 Euro gibts eine DVD vom Stück (wird im Handeln NICHT vertrieben),
  • für 59 Euro ein tolles All-Inclusive-Package,
  • für 99 Euro ein geiles Überraschungspaket und vieles mehr – aber schaut am besten selbst!!!

Startnext - der Häuptlinge neue Kleider

Für die Kärntner Theaterszene bedeutet Crowdfunding übrigens ein Novum. Bislang wurden im deutschsprachigen Raum 1711 Projekte über Startnext gestartet, 708 davon wurden finanziert. Aus 72 Einreichungen aus Österreich waren 30 erfolgreich. Erfolgreich finanziert bedeutet, dass die für die Realisierung des Projektes veranschlagte Summe erreicht bzw. übertroffen wird. Wir benötigen € 1.500,00. Sollte diese Summe nicht erreicht werden, erhält ihr euer Geld, das währenddessen von einem Treuhänder verwaltet wird, postwendend zurück. Wir sind jedoch guter Dinge, dass wir mit eurer Hilfe das Crowdfunding auch in Kärnten erfolgreich etablieren können!

Auf alle Fälle sind wir sehr gespannt und freuen uns über diese besondere Kooperation mit der „WIMO“ und auch darauf, mit eurem Engagement auf Startnext Julia und Claudia für ihre Mühe belohnen zu dürfen!

Herzlichst,

Wilhelm Prainsack & Robert Saringer

PS: Sollte das Projekt überfinanziert werden, so kommt jeder Cent dem „Bittwoch“ zugute!!!

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Isabella Feimer – „Meine Häuptlinge setzen an Land“

Jetzt ist es ein dreiviertel Jahr her, dass mich die Herren vom THEATER SOMMER KLAGENFURT gefragt haben, ob ich mir vorstellen könnte, ein Stück für 2013 zu konzipieren, bekannte Stoffe neu interpretiert, zusammengemixt, reloaded, relounched, vermengt mit eigenen Texten und so weiter, ja, gerne, sagte ich, was soll’s denn sein?, und in dem Moment, als ich diese Frage stellte, kam mir auch gleich eine Idee, die ich aber zunächst einmal für mich behielt, ich lauschte den Wünschen, wie denn ein Stück für den Theater Sommer sein sollte, sprich, was es können musste, um die bewährte Unterhaltung zu bieten und völlig aus der Fassung zu sein, und dachte, passt, passt, passt zu meiner Idee, und dann erzählte ich von einem meiner Lieblingsstücke, dem „Häuptling Abendwind“ von Johann Nepomuk Nestroy, erzählte in aller Euphorie über die Situationskomik und den Sprachwitz, den das Stück in sich hat, erzählte auch, dass ich das Stück schon einmal selbst auf die Bühne gebracht hatte – lang lang ist´s her, aber die Arbeit machte unendlichen Spass und die absurd-komischen Figuren begleiten mich noch immer – und zu meiner Überraschung musste ich kaum Überzeugungsarbeit, wie es so schön heißt, leisten, denn auch besagte Herren sprang die Idee, vor allem jene, diesen Nestroy mit Shakespeare’s „Der Sturm“ zu versetzen, sofort an.

Nestroy meets Shakespeare?!?

Aber „Der Sturm“ und „Häuptling Abendwind“ – fragen Sie sich vielleicht – wie geht denn das zusammen?, es geht, antworte ich und führe aus, dass beide Stücke in dem Setting einer abgeschiedenen Insel spielen und im Zentrum steht jeweils eine Liebesgeschichte, und vermengt man beide Liebesgeschichten, die eine romantisch, die andere absurd, beide naiv und voller Herzschmerz, so entsteht … nun, das werden Sie ab der Premiere in Klagenfurt (ab 20. Juni 2013 – Anm. der Red.) sehen, und so machte ich mich daran, diese eigentümliche Mischung an Sprache und Figuren, an Situationen und Verwechslungen zu einer Einheit zusammenzufügen, nahm noch etwas eigene Sprache mit hinein, versuchte hierbei, inspiriert durch die nestroy’sche Sprachmelodie, einigen Figuren neuen Text zu geben, ließ neue Figuren das Szenario kreuzen und das Setting für den THEATER SOMMER KLAGENFURT, die Fete Blanche an den Ufern des Wörthersees, entstehen – „KANNIBALE & DIEBE – eine bissige Sommerkomödie“ war keine schwere Geburt.

Leinen los, wir sehen uns am Wörthersee

Und jetzt, und das sage ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, muss ich, nachdem das Kind eben erst laufen lernte und nun in den Händen der Regie und der Schauspieler heranreifen muss, schon wieder Abschied nehmen, und ja, scheiden tut weh, und ja, ich vermisse meine kannibalischen Häuptlinge, meine trotzigen Liebenden und meine tolpatschigen Gauner, auch meine anarchistische Frau Koch, sie alle haben mir während der Entstehung des Stückes viel Freude bereitet, und ja, ich lasse sie ziehen, an Land … set sail and fly away, werter Häuptling Abendwind, and yes, you´re leaving on a jet plane, Häuptling Biberhahn, und bald schon setzen sie an Land, pompös protzig und hungrig und liebenswert, und ich werde sie an den Ufern des Wörthersees wiedersehen.

So long,

und herzlichst,

Ihre Autorin

(Isabella Feimer war letztes Jahr als Nominierte für den BACHMANN-PREIS 2012 in Klagenfurt eingeladen und hat in der Gewölbegalerie vom Stadthaus Klagenfurt im Anschluss an eine unserer Vorstellungen gelesen. Und sie hat – natürlich!!! – auch darüber geschrieben.)

Foto by Nikolas Franz

Foto by Nikolas Franz

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IHR SEID SCHULD!!! Oder: wie seriös sind Web-Analysen?

Richtig, genau IHR, liebe Leser! Und zwar daran, dass der THEATER SOMMER KLAGENFURT beim Social-Media-Ranking von „web2watch“ unter den „FLOP-5“ am dritten Stockerlplatz steht! Hmpf.

So, aber erstmal der Reihe nach…

Vor zwei Wochen erreichte uns ein Mail der Wiener Firma „web2watch – Gesellschaft für Marketing„, die laufend Marken aus 50 Branchen beobachtet und das Ergebnis im „Brand Monitor“ publiziert. Laut Website von web2watch „… sind zwei Millionen Personen in den Social Media aktiv, die jährlich mehr als sechs Millionen Meinungen, Empfehlungen und Erfahrungen zu Marken austauschen. Dazu kommen noch weit über 100 Millionen Beiträge zu Themen und Inhalten ohne Markennennung, die aber ebenso für Unternehmen relevant sind.“

w2w-logo-w200

Brand Monitor Kulturevents

Im Juni 2012 wurden die Ergebnisse vom Brand Monitor Kulturevents veröffentlicht. 81 Organisationen wie beispielsweise die Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Donaufestival Krems und auch der THEATER SOMMER KLAGENFURT wurden web-technisch unter die Lupe genommen. Untersucht wurden laut Mail von GF Wolfgang Bachmayer „…Beiträge in den Social Media wie Facebook, Twitter, Youtube, Online-Foren, Blogs, Online-Portalen traditioneller Medien und User-Kommentare zu Presseartikel…“.

Jetzt freut uns einerseits sehr, dass unsere Aktivitäten im Web bemerkt werden, ja wir quasi schon zu den „großen“ gehören. Andererseits hat uns das Ergebnis etwas schockiert: PLATZ 3 in der Kategorie „FLOP STIMMUNG“!!! Na hallo? Geht’s euch noch gut, liebe Leser??? Ihr seid es nämlich, die für die schlechte Stimmung im Web verantwortlich sind! Die uns auf Facebook, Youtube und in diesem Blog mit negativen Kommentaren zuschaufeln und kein gutes Haar an uns lassen!!!

web2watch Brand-Monitor Flop 5

web2watch Brand-Monitor Flop 5

ABER HALT!

Bevor ich jetzt zum Rundumschlag aushole – da stimmt doch was nicht! Natürlich hab ich sogleich gegoogelt was die Tastatur hergibt und mir alles genaustens angesehen. Irgendwie war von schlechter Stimmung oder Bashing nicht viel zu lesen. Nirgends. Weder auf Facebook noch in Foren. Wie kommen wir also zu der Ehre, die Bronzene am Flop-Stockerl abzustauben? Wir haben nachgefragt…

„Unsere Erfahrungen haben oft gezeigt, dass sich User auf den Fanseiten der jeweiligen Veranstaltungen verstärkt positiv äußern. Wir vermuten, dass Sie auch in Ihrer Analyse überwiegend darauf geachtet haben. Diese Äußerungen sind aber nicht repräsentativ für die gesamte Onlinediskussion. In Ihrem Fall fanden über 400 Postings zum „Theater Sommer Klagenfurt“ Eingang in die Untersuchung. Diese wurden mit Hilfe unseres Analysetools ausgewertet und manuell überprüft. Beiträge auf Fanseite, Twitteraccount und Blog des Theater Sommer Klagenfurt machten dabei nur einen geringen Teil der untersuchten Kommentare aus bzw. waren noch gar nicht vorhanden.“ schreibt Mag. Alexander Böhm von web2watch.

 „Die von uns angebotene Studie wurde im Juni 2012 im Format publiziert und bezog sich auf die vergangenen 12 Monate, sprich von Juni 2011 bis Juni 2012. Der Großteil der Kommentare bezog sich dabei auf den Theater Sommer 2011. Die Kritik konzentrierte sich auf die dargebotenen Inszenierungen, aber auch dem schlechten Wetter, was ja per se nichts mit der Qualität der Veranstaltung zu tun hatte, aber von den Usern als negativer Begleitumstand gesehen werden kann.“

Über 400 Postings ohne Berücksichtigung von Facebook, Twitter & Co.? Na nicht schlecht. Es kam uns dann doch noch immer ein bisschen komisch vor, dass so viel  über den THEATER SOMMER KLAGENFURT geschrieben wird, ohne dass wir es mitbekommen?!? Gibt es irgendwo im Web ein gut verstecktes Bashing-Forum? Wird in den Kommentaren zu den hunderten Presseartikeln über uns so viel gelästert? Und vor allem: WO WAR 2011 DAS SCHLECHTE WETTER???

Wenn man die genaue Auswertung von der Analyse von web2watch bekommen möchte, sind 2.000 Euronen (exkl. Mwst.) fällig. Also haben wir ein wenig unsere Beziehungen spielen lassen und Expertenmeinungen eingeholt. Und siehe da, alles ganz anders…

Der Brand Monitor ist eine relativ grobe Erhebung der jeweiligen Branche. Da der Aufwand sehr groß ist, werden nicht alle Beugungen von Eigennamen oder Möglichkeiten der Bezeichnung zu einer Marke ausgeschöpft. Die Auswertung des Brand Monitors bezieht sich in unserem Falls also großteils auf die Keywords „Theater“ und „Klagenfurt“ – unabhängig voneinander. Da kann es schon passieren, dass der eine oder andere Artikel über Klagenfurt mal ein böses Kommentar abbekommt. Läuft ja grad nicht alles sooo toll in der Lindwurmstadt.

Wie seriös ist der „Brand Monitor“?

Jedenfalls wurden im Format (Ausgabe 24/12) und im Internet Daten publiziert, deren Herkunft in diesem Zusammenhang mehr als fragwürdig sind. Und dafür möchte man von uns 2.000 Euros abcashen. Das wirft natürlich auch wieder die alte Frage auf, wie sehr man solchen Angaben und Analysen vertrauen kann…

Wir freuen uns jedenfalls, dass Ihr, liebe Leser, es doch gut mit uns meint und die Stimmung im Web eigentlich ganz angenehm ist. Deshalb werden wir auch weiterhin posten, bloggen, twittern und hoffen, dass ihr fleißig lest und kommentiert (damit auch die Jungs und Mädels von web2watch nicht arbeitslos werden)! Und wir freuen uns, dass meine eingehende Beschuldigung komplett haltlos war und ich mich herzlichst hierfür entschuldigen muss!

Alles Beste,

Robert Saringer

Robert Saringer

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Jahresmitte zu Sylvester – Ein Blick nach vorne & einer zurück

Liebe Leserschaft,

das Kalenderjahr neigt sich dem Ende zu und viele Menschen freuen sich auf neue Herausforderungen in einem glücklichen, gesunden neuen Jahr 2013. Auch wir freuen uns schon sehr auf das kommende Jahr – obwohl wir Theaterschaffende eher in Saisonen, also von Sommer zu Sommer denken – ähnlich wie die Kicker! So gesehen ist für uns Organisatoren jetzt Jahresmitte und Zeit, mal etwas zurück und nach vorne zu schauen:

Stadthaus Klagenfurt Stadthaus Klagenfurt

In den letzten drei Jahren haben wir viel erreicht. Besonders freut uns, dass sich der THEATER SOMMER KLAGENFURT so toll in Kärnten etablieren konnte und wir uns einen hervorragenden Ruf sowie damit verbunden ein Stammpublikum aufgebaut haben. Das lässt sich wohl darauf zurückführen, dass wir Theater produzieren, hinter dem wir zu hundert Prozent stehen und das wir auch selbst gerne anschaun; dass wir in der Auswahl der Stoffe und deren Bearbeitung nicht „zielgruppenorientiert“ handeln und so authentisch in unserer künstlerischen Arbeit bleiben; und natürlich, dass Kärnten – insbesondere Klagenfurt – sehr offen für intelligent bearbeitete, moderne und überraschende Inszenierungen ist!

Unserer Linie, alles völlig aus der Fassung zu bringen, mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit sowie Frechheit zu würzen und unkonventionell mit professionellen Theaterschaffenden in den Innenhof vom Stadthaus Klagenfurt zu zaubern, bleiben wir natürlich weiterhin treu. Im Sommer 2013 werden wir uns kompromisslos Shakespeare und Nestroy annehmen und die beiden großartigen Dramatiker aufeinanderprallen lassen!  Wie das aussehen soll und was Sie sich kommenden Sommer von uns erwarten dürfen, erfahren Sie in den kommendem Wochen hier auf diesem Blog!

Der THEATER SOMMER KLAGENFURT 2013 – Shakespeare & Nestroy

Für diese literarischen Herausforderung konnten wir mit Isabella Feimer eine der spannendsten Dramatikerinnen der österreichischen Gegenwart gewinnen – vielen Literaturinteressierten ist sie als Nominierte für den Ingeborg Bachmann Preis 2012 bzw. als Preisträgerin des Literaturpreis 2012 der Akademie Graz in bester Erinnerung. Am 2. Jänner erscheint ihr Debütroman „Der afghanische Koch“ – zwei weitere werden in den folgenden beiden Jahren folgen. Im Mai wird mit „Pornoladen“ ihr neues Theaterstück im Wiener Kosmos Theater uraufgeführt. Für Klagenfurt bekam sie allerdings die Auflage, nix mit Porno zu schreiben… muss sie auch nicht, bringen doch Shakespeare und Nestroy genug an amourösem Stoff in ihren Werken mit!

Neben viel Bewährtem sowie einigen bekannten Gesichtern wird es aber auch tolle neue Mitarbeiter, neue aufregende Kooperationen und auch ein neues Raumkonzept geben.

Obwohl wir mit den Planungen sehr weit fortgeschritten sind und das Team (Isabella, unsere neue Produktionsassistentin Christina und wir beide) schon viel an Vorarbeit geleistet haben, wissen wir leider noch nicht ob und in welcher Höhe der THEATER SOMMER KLAGENFURT 2013 subventioniert wird. Die politische Lage sowohl in Klagenfurt als auch im Land Kärnten lässt derzeit keinen Budgetbeschluss zu; voraussichtlich wird mit der sogenannten Zwölftelregelung budgetiert, was eine langfristige Planung für viele Institutionen kaum möglich macht. Trotzdem – die Vorgespräche waren sehr gut und wir sind guter Dinge, dass wir auch 2013 Unterstützung durch unsere Subventionsgeber bekommen. Aber wie heisst es so schön: solang man nix genaues weiss, weiss man nix genaues nicht, und solang nix schriftlich ist, is nix fix…

In diesem Sinn, schauen wir was die Zukunft bring – wir werden auf jeden Fall unser Allerbestes dazu beitragen!

Wir wünschen Ihnen/Euch ein frohes Fest sowie einen guten Rutsch in ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2013!

Herzlichst,

Wilhelm Prainsack & Robert Saringer

Wilhelm Prainsack & Robert Saringer

Wilhelm Prainsack & Robert Saringer

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Die Kunst und die Korruption – lauter Verbrecher im Kulturbereich

Am 22. März 2012 hab ich hier meinen allerersten Blog geschrieben. Über ein mehr oder weniger kompliziertes Gesetz – ob es für uns relevant ist, konnte bis dato noch nicht ganz geklärt werden. Trotz der trockenen Materie war es irgendwie spannend, das Thema zu behandeln und auch Feedback zu erhalten. Deshalb möchte ich mich heute einer ähnlichen Thematik annehmen – dem ANTI-KORRUPTIONSGESETZ!

Ui, klingt wild! Doch was hat das mit uns braven und gesetzestreuen Kulturveranstaltern zu tun? Das trifft doch nur KGH und den Meischi, oder? Nein, sollte es in der aktuellen Form beschlossen werden, triffts auch uns…

Sponsoring und Korruptionsstrafrecht

Anfang Oktober durfte ich einem wirklich interessanten Vortrag von o.Univ.Prof. Dr. Wolfgang Brandstetter lauschen. Er ist Vorstand des Instituts für Europäisches und Österreichisches Wirtschaftsstrafrecht an der WU Wien und sprach bei einer Tagung für Kultursponsoring über Gesetzesänderungen, die gerade für uns Kulturveranstalter nicht unwichtig erscheinen.

Zum Thema Sponsoring und Korruptionsstrafrecht steht im § 307 ff StGB (öffentlicher Bereich):

(1) Wer einem Amtsträger oder Schiedsrichter für die pflichtwidrige Vornahme oder Unterlassung eines Amtsgeschäfts einen Vorteil für ihn oder einen Dritten anbietet, verspricht oder gewährt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen. Ebenso ist zu bestrafen, wer einem Sachverständigen (§ 304 Abs. 1) für die Erstattung eines unrichtigen Befundes oder Gutachtens einen Vorteil für ihn oder einen Dritten anbietet, verspricht oder gewährt.

Ich möchte jetzt auch niemanden mit faden Gesetzestexten langweilen – nur in der Praxis heißt das folgendes: der THEATER SOMMER KLAGENFURT feiert am 20. Juni 2013 die Premiere seines neuen Stücks. Dazu werden natürlich Freunde und Familie, Sponsoren, Unterstützer, Medien und auch öffentliche Amtsträger eingeladen. Diese Amtsträger (zB. Politiker) dürften aus so einer Einladung jodoch keinen Vorteil ziehen. Tun sie aber, da sie ja von uns eingeladen werden und sich unentgeltlich eine Theatervorstellung ansehen. Nach dem Anti-Korruptionsgesetz (neuer Entwurf) ist dies strafbar – sowohl für den Einlader als auch für den Eingeladenen.

Der Workaround

Jetzt gibt es offiziell zwei Wege, dieses schwerwiegende Verbrechen nicht zu begehen:

Erstens: man läd zwar sämtliche Besucher zur Premiere ein, bittet aber alle geladenen Vertreter der Politik zur Kasse; (Ausnahme: Politiker, die direkt mit der Veranstaltung zu tun haben, etwa aus dem zuständigen Kulturreferat).

Zweitens: man läd auch sämtlichte Politiker ein, muss ihnen aber klar machen, dass sie einen Betrag im Gegenwert einer Eintrittskarte einer karitativen Organisation zu spenden haben und den Beleg am Eintritt vorweisen müssen.

Beide Lösungen sind irgendwie nicht wirklich charmant. Gerade bei uns in Kärnten bewegt man sich politisch auf sehr dünnem Eis, das ist hinlänglich bekannt. Umso wichtiger ist es, eine ausgewogene Palette an politischem Coleur bei der Premiere vertreten zu haben. Das könnte aus genannten Gründen zukünftig sehr schwierig werden. Die Folgen sind weniger mediale Aufmerksamkeit und es könnte uns in Zukunft im allerschlimmsten Fall die Subventionen kosten.

Vergraulte Sponsoren

Im Jahre 2008 hatte Österreich eines der härtesten Anti-Korruptionsgesetze der EU. Damals wurde die sogenannte „politische Landschaftspflege“ generell unter Strafe gestellt – niemand durfte etwas annehmen. Schnell wurde unter den Kulturveranstaltern Kritik laut – der sogenannte „Anfütterungsparagraph“ müsse sofort ersatzlos gestrichen werden, weil durch die Kriminalisierung die für den Kulturbereich extrem wichtigen Sponsoren verschreckt werden könnten.  Derzeit liegt die Grenze für die Annahme von Geschenken (etwa Eintrittskarten) bei 100 Euro. Das könnte sich jetzt ganz schnell wieder ändern. Die neuen Gesetzesentwüfe für das Anti-Korruptionsgesetz liegen auf dem Schreibtisch von Ministerin Karl – wie bereits oben beschrieben darf man dann beschenken – jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Ein Balanceakt.

Es ist also nicht ganz einfach, Kultur zu machen. Wir warten mit Spannung auf den neuen Entwurf. Wie dann die Konsequenzen im Detail aussehen ist noch nicht klar. Klar ist allerdings, dass wir uns unsere kommende Premiere dadurch nicht vermiesen lassen und den THEATER SOMMER KLAGENFURT 2013 unter allen Umständen fulminant eröffnen werden!!!

Alles Liebe,

Robert Saringer

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Das Puff, die Bergwacht und das Weiße Rössl am Wörthersee

Liebe Freunde (und vor allem), liebe (Kultur)Veranstalter!

Wer von uns in der Veranstaltungsbranche kennt nicht das Problem, das mühsamst geplante und produzierte Event der großen Masse auch kundzutun? Facebook-Events hin, Twitter-Getzwitscher da – der Großteil (zumindest unserer) Besucher kommt, weil wir ihnen auf der Straße begegnen, sie teilweise förmlich anspringen. Nämlich in Form von Plakaten. Das gemeine Print-Plakat ist und bleibt für uns immer noch die wichtigste Form der Kundgebung. Plakate sind mittlerweile recht erschwinglich geworden, Plakatflächen jedoch nicht*.

Trotz der Unterstützung der Stadt Klagenfurt ist die sogenannte „Wildaffichierung“ ein Thema für uns. Einerseits aus Kosten- und Verbreitungsgründen, andererseits weil wir natürlich trotz unseres seriösen Kulturauftrages immer noch ein bissl die rebellischen Rock’n’Roller geblieben sind. Oh, wie sind wir wild!

Auf unserer extrem wilden Affichierungstour haben wir in Maria Wörth eine hübsche Werbung auf der Wand einer aufgelassenen Imbissbude entdeckt. Und wir dachten uns „das verflixte Zehnte Jahr passt doch wunderbar zu dem feschen Mädel auf dem anderen Plakat!“ – so haben wir unser „Weißes Rössl“ einfach dazugeschummelt.

Plakat Theater Sommer Klagenfurt La Cocotte

Die Damen und Herren von der Kärntner Bergwacht sahen das jedenfalls anders und offensichtlich nicht so gern. Deshalb hat uns einige Zeit später ein hübsches Brieflein erreicht, welches ich euch auch keinesfalls vorenthalten möchte:

Die Kärntner Bergwacht schaut also ganz genau! Zum Glück sehen sie diesmal von einer Anzeige ab – vielen Dank, liebe Bergwacht!!! Wir können nur im Moment eurer Aufforderung, das Plakat zu entfernen nicht nachkommen, da wir zur Zeit in unserem Produktionsbüro in Wien neue Schandtaten für den THEATER SOMMER KLAGENFURT 2013 aushecken – schließlich dürfen wir ja nicht mehr Wildaffichieren. Und irgendwie müssen wir ja unser unbändiges Rebellentum ausleben!

Ich denke, wir müssen uns auch demnächst auf eine Dienstreise ins „La Cocotte“ begeben um nachzuforschen, ob sie wohl auch einen Brief (oder gar einen Hausbesuch) der Kärntner Bergwacht bekommen haben. Also, OBACHT, liebe Kollegen!

Herzlichst,

Robert Saringer

* Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich bei der Stadt Klagenfurt und der PSG bedanken, die uns Jahr für Jahr ihre kostbaren Plakatflächen zur Verfügung stellen!!!

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THEATER SOMMER KLAGENFURT – Die knallharte Abrechnung 2012

Sobald der letzte Applaus verhallt und der Kopf nach der Derniérenfeier wieder halbwegs klar ist, wird Bilanz gezogen – und zwar knallhart. Hat sich der ganze Aufwand auch gelohnt? Können alle ausstehenden Rechnungen bezahlt werden? Sind die Sponsoren und Kooperationspartner zufrieden? Wie war die Arbeit mit dem Team? Fragen über Fragen…

Aus künstlerischer Sicht hat es sich auf alle Fälle ausgezahlt, das war schon während der Spielzeit glasklar. Die Resonanzen vom Publikum waren großartig (ein Ehepaar aus Deutschland hat extra seinen Urlaub verlängert, um nach dem ersten auch den zweiten Teil sehen zu können) und durchwegs positiv und unser Plan mit Wiederaufnahme und Fortsetzung ist voll aufgegangen. Beide Stücke konnten zwar unabhängig von einander gesehen werden, jedoch haben sich sehr viele Zuseher nach dem einen Teil auch den anderen angesehen bzw. sind sehr viele Leute wiedergekommen, die letztes Jahr den ersten Teil gesehen haben.

Beim Thema Sponsoring sind wir heuer nochmals einen Schritt weiter gegangen. Letztes Jahr ließen wir unseren Gastgarten von „Schleppe“ ausstatten und von „LUSTgarten“ begrünen – heuer kam zusätzlich noch die Integration von „Kärntnermilch“ und „Skiline“ hinzu. Mit beiden Firmen konnten wir spannende und tolle Konzepte entwickeln, die über das konventionelle Sponsoring hinausgingen. Die Marke „Kärntnermilch“ wurde durch einen Radiospot charmant ins Stück integriert. Zusätzlich wurden an unsere Theaterbar ganz neue und eigens für den THEATER SOMMER KLAGENFURT kreierte Sommerdrinks („Eiskalte Josepha“, „Leopold’s“ und „Schlanker Schorschi“) angeboten. Mit „Skiline“ war die Integration schon etwas verzwickter. Denn – wie kann man das Thema Schifahren in ein Sommertheater einbauen, sodass es nicht aufgesetzt oder plump wirkt? Durch die „Höhenmeter“ haben wir schließlich einen gemeinsamen Nenner gefunden, der im Stück und im Programmheft konsequent ausgearbeitet wurde. Als besonderes Gimmick bekamen die Gäste einen „Rössl-Skipass“ samt Lenyard anstatt der konventionellen Eintrittskarte ausgehändigt, was auch zu sehr positiven Resonanzen geführt hat. Insgesamt also „a runde G’schicht“! An dieser Stelle möchten wir allen Sponsoren nochmals für ihre künstlerische Offenheit und ihr Vertrauen in uns danken!

Das einzige nicht kalkulierbare Risiko und der absolute „Freund“ eines jeden Freiluftveranstalters ist und bleibt das Wetter. Mit diesem hatten wir heuer leider nicht so viel Glück wie gewohnt und mussten daher insgesamt drei Mal in die Alpe Adria Galerie ausweichen bzw. eine Vorstellung abbrechen und auf einen Ersatztermin verschieben. Doch auch die Indoorlösung war charmant und wir konnten unseren Zusehern die teuerste Ausstattung präsentieren, die wir jemals hatten – nämlich über 40 Bilder des Kärntner Künstlers Hans Bischoffshausen!

Und hat sich der Aufwand jetzt also gelohnt, oder was?!?

Jaaa, eh!!! Wir konnten trotz des wechselhaften Wetters die Zahlen wieder steigern und so haben insgesamt rund 2.100 Besucher unsere beiden „Rössl“-Vorstellungen gesehen. Durch die intensive Arbeit konnte auch das Sponsoring-Aufkommen erhöht werden, die Subventionen von Stadt und Land sind ca. gleich geblieben wie im Vorjahr. Wir können also auch unsere Rechnungen bezahlen…

Die für uns im Moment wichtigste Frage ist: wird es einen THEATER SOMMER KLAGENFURT 2013 geben? Definitiv: JA!!! Unsere Köpfe rauchen schon, wir spinnen bereites wieder die verrücktesten Pläne, wie wie euch im nächsten Jahr wieder völlig aus der Fassung bringen können! Denn – nach dem Theatersommer ist vor dem Theatersommer…

Ein riesengroßes Dankeschön gilt nochmals unserem herausragendem Team: Kathleen Bauer, Astrid Herbich, Norbert Holoubek, Simon Jappel, Martin Kreienbühl, Stefan Kreienbühl, Daniel Ogris, Claudia Petz, Bettina Reifmesser, Jörg Reifmesser, Eva Reinold, Silke Staubmann und Christina Tischler!

Ein Danke auch an alle vom Stadthaus Klagenfurt, insbesondere einen riesen Dank an Joachim Trimmel und Marlies Koch!

Vielen herzlichen Dank an unsere Subventionsgeber, Sponsoren und Kooperationspartner und natürlich ein extra großes Dankeschön an unser wunderbares und so herzliches Publikum!!!

Wir beide freuen uns jetzt auf die spannende Aufgabe, den nächsten THEATER SOMMER KLAGENFURT zu planen. Es wird auf alle Fälle eine Herausforderung werden und wir freuen uns jetzt schon, viele bekannte Gesichter auch im nächsten Jahr wiederzusehen! Bis dahin halten wir euch hier natürlich am Laufenden – macht’s es gut!!!

Robert Saringer & Wilhelm Prainsack

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